Chartgespräch
Vorsicht bei der Bund-Rendite

Anleger sollten nicht voreilig auf einen Anstieg der zehnjährigen Bund-Rendite setzen, warnt Jörg Scherer von der HSBC Trinkaus. Dennoch sei die Rendite der Bundesanleihe einer der interessantesten Charts am Markt.
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FrankfurtDeutsche Bundesanleihen sind ein Spiegelbild der Krise im Euro-Raum. Auf der einen Seite sind sie als sichere Anlage gefragt, auf der anderen Seite kommen immer wieder Zweifel auf, ob die Rettungspakete Deutschland nicht am Ende doch überfordern und die Bonität der Bundesrepublik belasten könnten.

Entsprechend steigen und fallen die Kurse der Bundesanleihen, und spiegelbildlich dazu entwickeln sich die Renditen. Diese sind für Analysten wichtiger als die Kurse. Der Grund: Anleihen haben eine feste Laufzeit und werden ständig mit neuen Zinsscheinen aufgelegt. Deshalb lässt sich nur die Rendite über einen längeren Zeitraum vergleichen, die sich aus dem Verhältnis von Zinsschein, Kauf- und Rückzahlungskurs und Laufzeit ergibt.

"Dabei ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe aktuell einer der interessantesten Charts, die man am Markt beobachten kann", sagt Jörg Scherer, der bei HSBC Trinkaus die charttechnische Analyse leitet.

Bis Anfang Juni markierte die besonders im Fokus von Analysten stehende Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ein historisches Tief nach dem anderen. Seither schwankt sie. Erst stieg sie bis Ende Juni in der Spitze auf 1,69 Prozent, dann fiel sie wieder und touchierte am 23. Juli erneut ihr Anfang Juni markiertes historisches Tief von 1,13 Prozent.

In der Nacht auf den 24. Juli versetzte die Ratingagentur Moody's dem Spitzenrating Deutschlands ("Aaa") einen negativen Ausblick. Danach ging es mit der Rendite nach oben, und zwar auf bis zu 1,61 Prozent. Bis vergangenen Freitag fiel die Rendite wieder auf bis zu 1,32 Prozent.

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