Chartgespräch
Zuerst fallen die Rohstoffpreise, dann die Aktienkurse

Zuerst sinken die Preise für Rohstoffe, dann sind die Aktienkurse dran: So die gewohnte Reihenfolge. Demnach dürften den Märkten wieder schwere Zeiten winken, sagt Felix Pieplow vom Vermögensverwalter Staedel Hanseatic.
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DüsseldorfSchon heute die Börsenkurse von morgen kennen. Das wünscht sich jeder Anleger. Ideal wäre ein Index, der zu fallen beginnt, ehe die Börse den Rückwärtsgang einlegt - und der steigt, bevor Aktien nach oben drehen.

Solch eine perfekte Welt gibt es nicht. Doch am ehesten werden Rohstoffe diesem Wunsch gerecht - zusammengefasst im CRB-Rohstoffpreis-Index. Er umfasst 19 verschiedene Kontrakte (Futures), die an Warenterminbörsen gehandelt werden. Er wurde erstmals 1957 vom Commodity Research Bureau (CRB) in den USA berechnet. Enthalten sind neben Öl, Gold und anderen Metallen auch Agrarrohstoffe wie Weizen, Kaffee bis hin zu Sojabohnen und Orangensaft.

Ob zu Beginn des Abschwungs nach der Jahrtausendwende oder 2007/08 - stets sanken die Rohstoffpreise vor den Aktienkursen. Der Grund für den Vorlaufcharakter: Zu Beginn eines Aufschwungs fragen produzierende Firmen Rohstoffe nach, daraus entstehen Waren, ehe sie an den Kunden geliefert werden. Umgekehrt ebbt die Rohstoffnachfrage ab, bevor die Konjunktur weniger Produkte produziert und absetzt.

Werden Rohstoffe auch diesmal ihrem Vorlaufcharakter gerecht, dann stehen den Aktienmärkten schwere Zeiten bevor. Denn nach dem Hoch bei 375 Dollar im vergangenen Jahr sind die Preise kräftig gefallen. "Mit dem Fall unter die 300-Dollar-Marke ist der Aufwärtstrend gebrochen", sagt Felix Pieplow, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Staedel Hanseatic im lettischen Riga.

Noch bemerkenswerter ist für ihn der Fall unter das Tief vom Dezember. Damals standen die Börsen ganz im Zeichen der Schuldenkrise, woraufhin die Europäische Zentralbank die Banken mit fast zinslosen Krediten versorgte.

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Anleger flüchten in die Leitwährung

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  • Macht nichts, Hauptsache man hat Recht, und erhält seine Feindbilder. Ein schwarzes Schaf kann man durch Selbstgefälligkeit schnell selbst werden. Aber man kann sich trösten, dann sind eben wieder die Sozialhilfeempfänger im eigenen Land am vermeintlichen Niedergang schuld.
    Die Germanen kämpfen, ja um was denn? Um eine starke DM! Yeah, stürmt den Bahnhof! Und wer unsere Qualitätsprodukte nicht will, der fliegt halt raus.
    Was solls, fressen wir unser verseuchtes Fleisch mit den Subventionen halt selbst.
    Riesenflughäfen braucht dann auch niemand mehr. Und die Straßen könnten endlich wieder sicher sein, und vor allem hat man keinen Fluglärm. Importe braucht sowieso kein Mensch, wir schürfen unser Gold und die seltenen Erden für die so tollen Handys selbst.
    Ach wie war das damals schön ...

  • Sarrazin behauptet ja, dass Deutschland durch den Euro gar keinen wirtschaftlichen Vorteil hat! Hat er recht?

  • Angenommen Deutschland führt die D-Mark wieder ein, dann werden die anderen europäischen Währungen gegenüber der D-Mark abwerten, die eine mehr, die anderen weniger. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen im Ausland wird unter der währungsbedingten Verteuerung der Exporte leiden. Besonders die Exporte in das europäische Ausland werden einbrechen, weil diese Warenströme sowohl unter der Aufwertung der deutschen, wie unter der gleichzeitigen Abwertung der anderen Währungen leiden werden. Die zum großen Teil durch Exportüberschüsse getragene, ökonomische Stärke Deutschlands sowie die daraus resultierende Ergiebigkeit der Steuereinnahmen wird sich innerhalb kürzester Zeit erledigt haben. Mit diesem rasanten Schrumpfungsprozess der Wirtschaft wird nicht nur die prozentuale Verschuldung Deutschlands im Verhältnis zum BIP exorbitante Höhen erlangen. Auch die Möglichkeiten, die Vorgaben der Schuldenbremse einzuhalten, werden ähnlich illusorische sein, wie es heute für Griechenland etc. der Fall ist. Wer angesichts dieses Szenarios, dass Deutschland den Euro verläßt oder der Euroraum komplett auseinanderfällt, auf deutsche Anlagen setzt, muss schon ziemlich dumm, überheblich bzw. national verblendet sein. Vielleicht fehlt auch einfach nur das Gespür für global-wirtschaftliche Zusammenhänge.

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