Chartkommentar
Aussicht auf Bodenbildung beim Dax

Der intakte Abwärtstrend seit Jahresbeginn dominiert momentan das Bild des Dax-Verlaufs. Die Aufwärtskorrektur des Dax seit dem März-Tief ist bisher lediglich eine Rally in diesem Trend. Für einen Aufwärtstrend muss der Deutscher Aktienindex noch einige Widerstände überwinden.

HAMBURG. Kann der Dax nach seinem Rückgang vom Hoch bei 7 232 vom 19. Mai ein zweites Standbein bilden? Trotz des Eintagesausflugs über den Widerstand bei 7 190 Punkten kommt dem letztlichen Scheitern an dieser Marke, wo der Tief- und Scheitelpunkt der übergeordneten Topformation liegt, vorerst entscheidende Bedeutung zu. Der intakte Abwärtstrend seit Jahresbeginn dominiert das Bild.

Nicht mehr intakt ist der kurzfristige Aufwärtstrend seit dem März-Tief dieses Jahres, der bei 6 168 Punkten seinen Anfang nahm und den Index um über 1 000 Punkte nach oben brachte. Nach dem erwähnten Abprall am Widerstandsbereich der aus 2007 resultierten oberen Umkehrformation, rücken nun wieder die Jahrestiefstände von 6 384 Punkten vom Januar und sogar vom März bei 6 167 als mögliche Unterstützungen in den Vordergrund.

Die aller Wahrscheinlichkeit nach für die weitere Kursentwicklung entscheidende Unterstützungszone liegt zwischen 6 224 und 6 162 Indexpunkten, wo ehemalige Widerstände aus 2006 und aus 1998 vorliegen. Unter dieser Marke würde sich das Chartbild derart eintrüben, dass von einem Trendwechsel auszugehen wäre. Bei nachhaltigem Unterschreiten der im Chart eingezeichneten Horizontalen wäre ein Umdenken in Richtung 5 864 als nächste Zielmarke fast unausweichlich.

Im Ergebnis der Chartbetrachtung ist die Aufwärtskorrektur des Dax seit dem März-Tief von 6 167 demnach bisher lediglich als eine Rally im intakten Abwärtstrend einzuordnen. Die Chance einer echten Bodenbildung ist zwar gegeben, doch davon darf unterhalb der Widerstände von 7 040 und 7 232 nicht ausgegangen werden. Charttechnisch wäre ein Verharren des Dax zwischen den eingezeichneten Aufwärtstrends seit 2003 und der Abwärtstendenz dieses Jahres schon als "konstruktiv" zu werten. Letztendlich gilt es aber den Ausbruch in die eine oder andere Richtung diszipliniert abzuwarten. Vielleicht kann der Dax inmitten einer normalerweise positiven Saisonalität in US-Wahljahren ja ab der Jahresmitte noch positiv überraschen.

Holger Struck ist freier Autor und technischer Analyst bei Hslivetrading

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