Chartkommentar
Langfristiger Abwärtstrend bei Bundesanleihen gestoppt

Anleger in festverzinsliche Wertpapiere sahen sich während der vergangenen Jahre im Trend mit fallenden Renditen konfrontiert. Aus charttechnischer Perspektive mehren sich jedoch die Anzeichen dafür, dass dieser Trend zu Ende geht. So zeigen sich bei der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen Anzeichen einer Bodenbildung.

DÜSSELDORF. Die Basis für den jüngsten Renditeanstieg bildet eine massive Unterstützungszone bei 3,60/3,65 Prozent, die sich aus den Tiefpunkten der Jahre 1999, 2003 und 2006 speist. Diese Unterstützungszone wurde nur einmal in der zweiten Jahreshälfte 2005 unterschritten - mit rund drei Prozent wurde damals ein historischer Tiefstand verzeichnet. Im Rahmen der von diesem Tief einsetzenden Aufwärtsbewegung wurde dann der seit 1990 existierende Abwärtstrend überwunden. Dieser Trendbruch stellt in unseren Augen den ersten Schritt einer Bodenbildung dar.

Auf dem Weg zu einer vollständigen Bodenbildung gilt es aber, noch einige gewichtige Hürden aus dem Weg zu räumen. Bei rund 4,5 Prozent verläuft der seit 1981 dominierende Abwärtstrend. Verstärkt wird dieser Bereich durch das im November 2003 ausgeprägte Hoch bei 4,52 Prozent. Der letzte Meilenstein wartet danach mit dem Hoch vom Juni 2007 bei 4,71 Prozent. Mit einem Sprung über diese Marke wäre eine große Umkehrformation komplett, aus der sich ein rechnerisches langfristiges Kursziel von rund 6,5 Prozent ableiten lässt. Auf dem Weg in diese Regionen sind jedoch noch einige Bastionen zu erkennen. Im Fall einer erfolgreichen Bodenbildung wartet der nächste Widerstand: das Hoch vom März 2002 bei 5,30 Prozent.

Auch ein Blick auf quantitative Indikatoren unterstützt das Bild. Der Stochstik, der Übertreibungsphasen anzeigt, lässt keine Überhitzungserscheinungen erkennen, so dass nicht mit größeren Abwärtskorrekturen zu rechnen ist. Daher spricht einiges dafür, dass sich der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzt. Erst bei einem Rückfall unter die Unterstützungszone bei 3,60/3,65 Prozent müsste das Bild einer Bodenbildung zu den Akten gelegt werden.

Der Autor ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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