Chartsignal deutet auf höhere Renditen
Trendwende bei Anleihen erkennbar

Selten zeigte sich ein mit Blick auf die großen Notenbanken so gespaltenes Bild wie momentan. Während Japans Leitzins nahe der Null-Marke notiert und in den USA nach beinahe jeder Konjunkturzahl die Spekulationen aufkommen, in welche Richtung der nächste Zinsschritt der Notenbank gehen wird, geht man im Euro-Raum fest davon aus, dass die jüngste Anhebung noch nicht die letzte gewesen ist.

BAD HOMBURG. Auch mit Blick auf die langfristigen Kapitalmarktrenditen zeigt die Tendenz nach oben. Grund hierfür ist der im März erfolgte Bruch des langfristigen, bis Mitte der 90er-Jahre zurückreichenden Abwärtstrends. Technisch kommt dies einer nachhaltigen Trendwende und mittel- bis langfristigen Kaufsignalen gleich.

Den nächsten Anlaufpunkt nach oben stellt die Zone von 4,60-4,70 Prozent dar. Widerstandstechnisch dürfte diese Hürde schwer zu knacken sein. Analytisch stellt dieser Bereich zugleich den Schlüssel für weitere signifikant steigende Renditen dar. Gelingt der nachhaltige Bruch dieses Levels, würde sich weiterer Spielraum bis in den nächsten markanten Bereich bei dann 5,30-5,40 Prozent ergeben.

Ob diese Perspektiven nun das Ergebnis eines in Europa schon langen nicht mehr gesehenen Booms oder aber künftig einzuplanender Preisrisiken sind, sei dahingestellt. Fakt ist, dass ein solches Szenario aus Sicht der Notenbanker noch immer das kleinere Problem darstellen dürfte. Schlimmer wären deflationäre Tendenzen wie das Beispiel Japan zeigt.

Der Autor ist technischer Analyst bei Staud Research in Bad Homburg

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