Chartsignal
Trendwende bei japanischen Renten

Der Trend zu steigenden Renditen an den internationalen Anleihemärkten scheint in den vergangenen Wochen nur kurz unterbrochen worden zu sein. Sowohl in Euroland als auch in den USA deuten die übergeordneten Chartmuster weitere Aufwärtsrisiken an.

DÜSSELDORF. Weniger im Fokus der Investoren steht dagegen der japanische Rentenmarkt. Angesichts einer bereits neunjährigen Phase von Renditen für 10-jährige japanische Staatsanleihen unter zwei Prozent, ist das gesunkene Interesse wenig verwunderlich. Dennoch vollzieht sich hier still und heimlich eine langfristige Trendwende, deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte unterschätzt werden dürfte. Der Renditetiefstand wurde im Juni 2003 markiert, als die Verzinsung der 10-jährigen Anleihen im Zuge der Deflation bis auf 0,45 Prozent fiel.

Im folgenden Jahr kam es zum ersten, starken Aufwärtsimpuls. Dabei stiegen die 10-jährigen Zinsen bis nahe an die zwei Prozent-Grenze, die bereits in den Jahren 1999 und 2000 die Obergrenze von Aufwärtsbewegungen bildete. Seit Mitte 2004 pendeln die Renditen nun auf den ersten Blick seitwärts hin und her. Zunächst zwischen 1,20 Prozent und 2 Prozent und später zwischen 1,50 Prozent und 2 Prozent. Bei genauer Betrachtung lässt sich allerdings feststellen, dass die Konsolidierung der vergangenen Jahre nach oben verzerrt ist und innerhalb eines aufwärts gerichteten Trendkanals verläuft. Dieses Marktverhalten ist als Zeichen übergeordneter Stärke zu interpretieren.

Entsprechend der Erwartung haben sich analoge Chartmuster in der Vergangenheit häufig dynamisch nach oben entladen. Im Fall der japanischen Rendite ist das Schlüsselniveau bei 2 Prozent nun die mögliche Trigger-Marke, wobei ein Bruch des Widerstands nur eine Frage der Zeit zu sein scheint. Im Laufe der folgenden zwölf Monate sollte idealtypisch ein deutlicher Renditeanstieg bis etwa 2 Prozent folgen. Da gleichzeitig eine langfristige Bodenbildung abgeschlossen werden würde, dürfte es sich hierbei jedoch nur um ein Etappenziel in Richtung einer Normalisierung des Zinsniveaus handeln.

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