Charttechnik
Analysten malen schwarz für den Dax

Fundamental sieht es für die Börsen mit Blick auf die Bankenkrise und die drohende Rezession schon lange düster aus. Jetzt schließen sich auch technische Analysten dem Pessimismus an. Grund für den Stimmungsumschwung ist, dass alle großen Börsen zeitgleich ihre Jahrestiefs unterschritten haben. Der Dax könnte weiter fallen.

DÜSSELDORF. Viele Wochen hielt sich der Deutsche Aktienindex (Dax) oberhalb der einprägsamen Marke von 5 999 Punkten, dem Jahrestief vom Juli. Selbst eine Fülle neuer Bankenpleiten in Europa und Amerika, die alle bisherigen negativen Schlagzeilen weit in den Schatten stellten, schien den Börsen zunächst nichts anhaben zu können.

Technisch orientierte Analysten, die aus dem Verlauf der Charts Rückschlüsse auf die Zukunft ableiten, sprechen in solch einem Fall von einem robusten Umfeld mit starken Unterstützungen. Anders ausgedrückt: Selbst schlechte Nachrichten lösen keine Verkaufswellen mehr aus, weil die noch verbliebenen Aktienbesitzer an ihren Titeln festhalten.

Dabei galt auch diesmal das Motto: Je länger solche Unterstützungen halten, desto zuverlässiger erweisen sie sich bei neuerlich schlechten Nachrichten. Der Grund: Viele Anleger, vor allem professionelle Investoren, orientieren sich an Kurscharts, so dass sich die Schlussfolgerungen daraus schon allein deshalb erfüllen.

Umgekehrt gilt aber auch die fatale Regel: Fällt solch eine Marke schließlich doch, dann mutiert diese Unterstützung zu einem ebenso großen Widerstand. Sehr häufig folgen starke Kursverluste, weil Anleger den Bruch solcher Unterstützungen als größere Trendwende und Kapitulation der Optimisten interpretieren.

Der Einbruch in den vergangenen Tagen erfüllte die Lehrbuchformel par excellence und hat das Zeug dafür, künftig ein weiteres Kapitel in den Lehrbüchern der Charttechniker zu bestücken. Denn weltweit kippten die Kurse unter hohen Umsätzen nach unten weg. Der Dow-Jones-Index verlor an einem Tag 777 Punkte, kurz darauf im Tagesverlauf noch einmal über 800 Punkte, um sich dann zumindest ein wenig zu erholen.

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