Charttechnik
Dax ist reif für eine kräftige Erholung

Charttechniker haben es kommen sehen: Sie prognostizierten im Juli einen deutlichen Rückgang des Dax auf mindestens 5 400 bis 5 300 Punkte. Das Ergebnis ist bekannt: Der deutsche Leitindex erreichte dieses Ziel nicht nur, sondern übertraf es mit dem Crash in der vergangen Woche noch deutlich. Doch jetzt ist die Zeit reif für eine kräftige Erholung.

DÜSSELDORF. Einige Anzeichen sprechen für eine kurfristige Wende. Bei Betrachtung des Dax-Tagescharts fällt das am vergangenen Freitag gerissene "Abwärtsloch" auf. Nach einem Tagestief von 4 803 Punkten am Donnerstag eröffnete der DAX am Folgetag bei 4 594 Zählern. Dies entsprach auch dem Tageshoch. Daraus resultiert eine Kurslücke von 209 Punkten.

Angesichts des vorangegangenen Ausverkaufs sprechen Indizien dafür, dass es sich bei dieser Kurslücke um ein so genanntes "Erschöpfungs-Gap" handelt, das ein erstes Indiz für künftig steigende Notierungen darstellt.

Gleichwohl stellt sich die Frage, warum das erreichte Niveau bereits einen Boden darstellen und es mit den Kursen nicht doch noch deutlich tiefer gehen sollte. Hier gelten zwei Argumente: Erstens hat der Dax Ende der vergangenen Woche sein langfristiges Korrekturziel der Aufwärtsbewegung seit dem Jahr 2003 bei 4 465 Punkten vollständig ausgeschöpft. Hieraus ergibt sich chart-analytisch ein plausibles Niveau für eine Gegenbewegung.

Zudem fällt die Entwicklung der Volatilitätsindizes auf. Der VDax, der Maßstab für die an Optionsmärkten gezahlten Prämien ist, bewegt sich auf außergewöhnlich hohem Niveau von 60. Dieses entspricht den Rekordständen nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Auffallend ist, dass die US-Volaindizes diese Marken derzeit noch übertreffen. Je höher diese Indikatoren steigen, desto mehr Panik ist in den Kursen eingepreist.

Daraus ergibt sich die Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Tendenzumkehr. So ist noch in dieser Woche mit dem Beginn einer technischen Gegenbewegung zu rechnen. Die Berechnung des Kurspotenzials erfolgt mit Hilfe von "Fibonacci-Techniken". Ausgangspunkt ist der Kursabsturz seit August. Dieser dürfte teilweise korrigiert werden. Hieraus ergibt sich ein Mindestkursziel für den Dax von 5 200 Punkten und ein Normalkursziel von rund 5 470 Punkten.

Der Autor ist Chart-Experte bei der WGZ Bank in Düsseldorf.

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