Charttechnik
Dax: Unterstützungszone auf dem Prüfstand

Langfristig orientierte Investoren bleiben den Börsen überwiegend fern - und haben bisher damit recht. Das kurzfristige Geld bestimmt weiterhin die Musik am deutschen Aktienmarkt. Trotz kleiner Terzen in Dur ist Moll das übergeordnete Thema, das an den Aktienmärkten gespielt wird.

So werden kurzfristige Aufwärtsbewegungen weiterhin nur als Erholungen in einem übergeordneten Abwärtstrend eingestuft. Der Hoffnung auf positive Überraschungen von der Berichtssaison hat General Electric am Freitag einen schweren Dämpfer versetzt. Denn das Unternehmen, das in den vergangenen 25 Jahren die Prognosen immer erfüllt hat, sprach eine Gewinnwarnung aus. Vor allem die Finanzsparte hat den Riesen ins Wanken gebracht. Bisher ist kaum abzusehen, welche Schäden die Krise an den Kreditmärkten in den US-Pensionskassen hinterlassen wird.

Das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt hat sich in der vergangenen Woche nicht aufgehellt. Die Hoffnung, dass es zu einer Abkopplung von der Entwicklung der US-Wirtschaft kommt, bestätigte sich bisher nicht. Der feste Euro macht es den dollarsensitiven Branchen schwer, sich gegenüber dem Wettbewerb aus dem Dollar-Raum zu behaupten. Haussierende Rohstoffpreise finden durch Preiserhöhungen ihren Weg zum Verbraucher. Erst in den vergangenen Tagen hat die Preisexplosion für Grundnahrungsmittel den Weg auf die Titelblätter gefunden. Kritisch wird seitdem hinterfragt, ob die Umwandlung von Nahrungsmitteln in Energieträger einen gangbaren Weg darstellt.

Mit diesen und weiteren Fakten im Hinterkopf scheuen sich die Anleger weiterhin, langfristige Positionen in Aktien aufzubauen. Ein weiter anhaltender Käuferstreik birgt für den deutschen Aktienmarkt weiter nachgebende Notierungen in sich. Martin Siegert, technischer Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, rechnet mit dem Gap-Close bei 6 319 Punkten. Voraussetzung sei allerdings, dass die Unterstützung bei 6 494 Punkten unterschritten werde.

Sollte das Schließen des Gaps keine Unterstützung bieten, rechnet Siegert mit einer nochmaligen Ausverkaufsbewegung in Richtung 6 270 Punkte. Im Extrem könnte es zu einem nochmaligen Test des Märztiefs bei 6 168 Punkten kommen. Unter den Einzelwerten besitze Deutsche Börse Abwärtspotenzial, wenn die Doppelunterstützung im Bereich bei 92,00/50 Euro unterschritten werde. Als nächste Unterstützung sieht Siegert die 85 Euro, im Extrem die 77 Euro. Sollten MAN die Unterstützung bei 81,55 Euro herausnehmen, biete das Doppeltief bei 75,64 Euro die nächste Unterstützung.

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