Charttechnik
Der Dax-Jahresauftakt ist misslungen

Der kurzfristige Aufwärtstrend des Dax ist durchbrochen. Zwar standen die Chancen für eine Fortsetzung der Ende 2008 begonnenen Rally gar nicht schlecht, doch im entscheidenden Moment blieben Anschlusskäufe aus. Nun signalisiert die Charttechnik kräftige Kursrückgänge.

DÜSSELDORF. Die Erholung des Dax in den letzten Wochen des Jahres 2008 hatte die Hoffnung genährt, dass auch der Auftakt in das neue Börsenjahr gelingt. Diese Zuversicht löste sich mit Blick auf die prozentual zweistelligen Kursverluste seit dem Jahreshoch bei 5 111 Punkten aber schnell in Luft auf. In Anbetracht der aktuellen Chartkonstellation droht mit Blick auf die kommenden Wochen sogar die Ausprägung neuer zyklischer Tiefstände.

Dabei standen die Chancen für eine Fortsetzung der Rally gar nicht schlecht; aber genau im entscheidenden Moment blieben Anschlusskäufe aus. Die Ausprägung des Jahreshochs bei 5 111 Punkten stellte einen Test der fallenden Nackenlinie einer größeren Bodenformation dar. Wäre es nicht bei einem Test geblieben, hätte sich ein Anschlusspotenzial von gut 1 000 Indexpunkten ergeben. Damit hätte der seit Jahresanfang 2008 dominierende Abwärtstrend zur Disposition gestanden.

Nach dem erfolglosen Ausbruchversuch wurde der kurzfristige Aufwärtstrend durchschlagen. Damit hat die Erholung seit dem Tief vom 21. November bei 4 035 Punkten den Charakter einer Flagge. Bei einer Flagge handelt es sich um eine Konsolidierungsformation. Nach der Beendigung der Konsolidierung muss damit gerechnet werden, dass der übergeordnete Trend wieder aufgegriffen wird – dieser ist derzeit in Richtung Süden gerichtet.

Die Hoffnungen der Bullen ruhen nun auf einer horizontalen Unterstützungszone bei 4 322 bis 4 304 Punkten, die aus mehreren Tiefpunkten des letzten Quartals 2008 resultiert. Wird dieser Bereich nachhaltig unterschritten, dann muss ein rasches Wiedersehen mit den letztjährigen Tiefständen bei 4 035/4 015 Punkten einkalkuliert werden. Fällt auch diese Bastion, drohen weitere empfindliche Verluste. Ernsthafte Haltemarken lassen sich dann erst wieder bei 3 619 und 3 543 Punkten ausmachen.

Von Seiten der Markttechnik spricht nicht viel für eine schnelle Erholung. So haben die Oszillatoren – diese Indikatoren weisen Übertreibungen im Kursverlauf hin – im Rahmen der Erholung ihre überverkaufte Verfassung abgebaut, so dass Platz für weitere Kursrückgänge vorhanden ist. Erst ein Anstieg über die angeführte Nackenlinie, die auf Wochenbasis aktuell bei 5 050 Punkten verläuft, würde zu einer wirklichen Aufhellung der Perspektiven führen.

Der Autor ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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