Charttechnik
Der Euro steht vor schweren Zeiten

Die Indikatoren für den Euro trüben sich langsam ein, der Markt muss sich auf einen zum US-Dollar abwertenden Euro einstellen: Auch der langfristige Ausblick für die europäische Gemeinschaftswährung sieht aus charttechnischer Sicht düster aus.

FRANKFURT. Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar seit dem vierten Quartal 2008 Kapriolen geschlagen. Nachdem die europäische Gemeinschaftswährung am 28. Oktober 2008 mit Kursen von 1,2329 Dollar auf den niedrigsten Stand seit April 2006 gefallen war, hat sie Mitte Dezember 2008 ein Kursfeuerwerk gezündet und schnellte bis auf 1,4719 Dollar empor.

Seit Anfang Januar 2009 steht der Euro zum US-Dollar aber wieder unter Abgabedruck und rutschte am 2. Februar auf 1,2706 Dollar ab. Zwar kann sich der Euro derzeit oberhalb seiner seit dem 28. Oktober 2008 bestehenden und aktuell bei rund 1,2715 Dollar endenden Unterstützungslinie nach oben hin lösen, diese Erholung dürfte aber bald wieder der Vergangenheit angehören. Die Indikatoren für den Euro trüben sich im Wochenchart zunehmend ein. Der als Trendfolgeindikator bekannte MACD nähert sich von oben kommend seiner Signallinie an, und auch das Momentum schwächt sich im positiven Bereich liegend ab. Auch die Indikatoren im Monatschart zeigen, dass sich der Markt auf einen zum US-Dollar abwertenden Euro einstellen muss. Darüber hinaus darf nicht außer acht gelassen werden, dass der mittel- und langfristige Chartausblick düster ist.

Das charttechnische Pendel hat Ende September 2008 zu Lasten des Euros ausgeschlagen. So hat der Euro damals den sechseinhalb Jahre währenden Aufwärtstrendkanal unterschritten. Die im April 2002 beginnende, untere Begrenzungslinie des ehemaligen Aufwärtstrendkanals endet derzeit bei rund 1,4250 Dollar. Wenige Monate nach Unterschreiten dieses Trendkanals hat sich ein Abwärtstrendkanal gebildet. Die Widerstandslinie, welche die Hochs vom 15. Juli und vom 18. Dezember 2008 miteinander verbindet, endet bei rund 1,4245 Dollar. Die untere Begrenzungslinie kreuzt bei rund 1,1405 Dollar.

In Anbetracht dieses negativen Chartausblicks ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Gemeinschaftswährung die Unterstützungslinie von Ende Oktober 2008 bei rund 1,2715 Dollar unterschreitet und sich dem zyklische Tief vom 28. Oktober 2008 bei 1,2329 Dollar nähert. Wird diese Unterstützung gerissen, dürfte der Euro zunächst bis auf rund 1,2134 Dollar nachgeben. Der Euro hätte dann die Hälfte der langjährigen Aufwärtsbewegung von 0,8230 bis 1,6038 Dollar zurückgelegt. Weitere markante Unterstützungen zeigen sich dem Euro in Gestalt der psychologisch wichtigen Marke bei 1,2 und bei 1,1823 Dollar, dem zyklischen Tief vom 27. Februar 2006.

Der Autor ist Analyst bei der DZ Bank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%