Charttechnik
Der Zinswende auf der Spur

Noch immer hält die Europäische Zentralbank die Zinsen am kurzen Ende der Zinskurve niedrig. Zaghafte Renditeanstiege gab es in den vergangenen Monaten einige, aber nachhaltig war keiner von ihnen. Die Chartanalyse.
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FRANKFURT. Seit Mitte März schwanken die zweijährigen Renditen um den charttechnisch bedeutenden Dreh- und Angelpunkt von 1,33 Prozent mit einem zwischenzeitlichen Hoch bei 1,77 Prozent und einem Tief bei 1,05 Prozent. Im beigefügten Wochenchart ist der ausgeprägte Seitwärtskanal sehr gut zu erkennen. Aus technischer Sicht erscheint uns insbesondere das Niveau von 1,33 Prozent interessant, denn obwohl der Markt während der vergangenen drei Wochen nach oben tendiert, hat er diese Marke stets nur knapp verfehlt. Im Laufe der letzten Monate wurde dieser Wert insgesamt acht Mal per Wochenschlusskurs über- beziehungsweise unterschritten. Zumeist folgte kurz darauf eine starke Bewegung in Richtung des vorherrschenden Trends.

Fasst man alle Faktoren und Zeithorizonte zusammen, raten wir dazu, oberhalb eines Renditeniveaus von 1,33 Prozent vorsichtig zu werden und einen weiteren Renditeanstieg zu erwarten. Zeichnet sich ab, dass ein Wochenschlusskurs über diesem Niveau erfolgt, so ist auch für die kommenden Wochen von steigenden Renditen auszugehen. Wird diese Bewegung am Ende des jeweiligen Monats gar durch einen Relative-Stärke-Index (RSI) über 30 bestärkt, so liegt der Schluss nahe, dass sich die Renditen relativ schnell weiter nach oben bewegen dürften und das Korrekturniveau von 1,93 Prozent binnen kurzer Zeit erreichen sollten.

Glenn Marci ist Senior-Analyst der DZ Bank.

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