Charttechnik
Geht dem Dax die Puste aus?

Der Anstieg des deutschen Aktienmarktes inmitten der voraussichtlich tiefsten Rezession seit den 30er-Jahren zeigt, dass die Börse umso schwerer vorherzusagen ist, je kurzfristiger man den Betrachtungszeitraum wählt. Bei langfristiger Betrachtung lassen sich aber übergeordnete Trends ausmachen. Aktuell deutet der Trend abwärts.

DARMSTADT. Der deutsche Aktienmarkt schloss zuletzt fast bis zu seinem Abwärtstrend auf. Dieser verläuft bei 5 160 Punkten. Die charttechnische Betrachtung spricht nun dafür, eine Konsolidierungspause einzukalkulieren. Da die deutschen Standardwerte ihren Abwärtstrend nicht durchbrachen, ist weiterhin von einer Bärenmarktrally auszugehen, also einer Zwischenerholung in einem abwärts gerichteten Gesamtszenario.

Diese Einschätzung wird durch die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe gestützt. Wie der Chart zeigt, leistet der Volumenindex des Auftragseingangs für die Prognose mittelfristiger Aktientrends überwiegend gute Resultate. Aktuell ist die Gemengelage für die künftigen Gewinnaussichten der Unternehmen ungünstig – und damit auch die Aussichten für die mittelfristige Börsentendenz. Die monatliche Änderungsrate der Auftragseingänge bewegt sich weiter auf historisch tiefem Niveau. Angesichts der aktuellen Pleitewelle ist so schnell keine Besserung zu erwarten. Erst ab Oktober dürfte es zu einer Trendwende bei den Auftragseingängen kommen. Der scharfe Einbruch des Indikators begann im Oktober letzten Jahres, so dass sich ab diesem Monat die Vergleichsbasis des Vorjahresmonats entsprechend reduzierte.

Durch den schnellen und geradlinigen Anstieg der Aktien in den vergangenen drei Monaten lassen sich aus diesem Zeitraum keine technischen Unterstützungen herleiten. Die nächste tieferen Kursziele liegen daher bei den letzten Verlaufstiefs bei 4 000 und 3 666 Punkten. Das Bild würde sich erst aufhellen, wenn der Dax 5 140 Punkte überspringen würde.

Hans-Dieter Schulz und Lutz Mathes sind Analysten bei Hoppenstedt.

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