Charttechnik
Goldpreis auf Rekordjagd

Das wertvolle Edelmetall findet immer mehr Anhänger. Die Folge der zuletzt starken Nachfrage waren stetig steigende Preisnotierungen. Und ein Ende der Aufwärtsbewegung ist noch nicht absehbar. Notierungen von bis zu 1 500 US-Dollar je Feinunze sind durchaus denkbar.

DÜSSELDORF. Die derzeitige technische Situation kann man als äußerst interessant bezeichnen. Ende Januar dieses Jahres wurde die Oberseite des seit März 2008 gültigen Abwärtstrendkanals signifikant überwunden. Nach dem anschließenden Goldrausch kam es zu Gewinnmitnahmen, so dass es zu einem Rücksetzer bis zur erwähnten oberen Trendkanallinie kam. Diese fungierte als Unterstützung. Das Edelmetall prallte davon nach oben ab und nahm die Reise in höhere Preisregionen wieder auf. Allerdings vermochte es der Goldpreis nicht, das historische Hoch bei 1 030,50 Dollar je Feinunze, das am 14. März des vergangenen Jahres markiert wurde, hinter sich zu lassen.

Ausgehend vom Verlaufshoch Ende Februar bis Ende August bildete sich im Wochenchart ein symmetrisches Dreieck. Dabei handelt es sich um eine klassische Fortsetzungsformation, die allerdings nicht unbedingt zuverlässig ist. In diesem Fall wurde die Chartformation nach oben verlassen. Dieser Ausbruch kündigte weiter steigende Preise an, wozu es schließlich auch kam. Infolge der jüngsten Aufwärtsbewegung wurde am 16. September das Rekordhoch vom März 2008 bei 1 011,25 Dollar auf Tages- und 1 003,50 Dollar auf Wochenbasis erreicht. Und deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf den Chartverlauf. Können die genannten Höchststände der beiden Zeitebenen überschritten werden, sind weitere Widerstände nicht auszumachen. Der Weg nach oben wäre dann frei.

Die künftigen Kursziele wurden mathematisch ermittelt. Dabei haben wir die letzte markante Korrekturphase von Mitte März 2008 bis Ende Oktober des gleichen Jahres berücksichtigt. Laut der klassischen Fibonacci-Methode könnte es für den Goldpreis zuerst in Richtung 1 184 Dollar gehen. Darüber hinaus sehen wir weiteres Potenzial bis 1 475 Dollar je Feinunze. Da es zuletzt deutlich aufwärts ging, können eventuelle Konsolidierungen nicht ausgeschlossen werden. In diesem Fall dient die steigende 200-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 922 Dollar als solide Unterstützung.

Der Autor, Christian Henke, ist technischer Analyst bei der WestLB.

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