Charttechnik
Keine Entwarnung für deutsche Nebenwerte

Mitte August 2008 hat der Nebenwerteindex MDax den aus dem Jahr 2003 stammende Aufwärtstrendkanal signifikant nach unten verlassen. Danach bewegte sich der Index innerhalb des seit Juli des vergangenen Jahres gültigen Abwärtstrendkanals kontinuierlich in tiefere Kursregionen. Doch es sollte noch schlimmer kommen und eine baldige Trendwende ist nicht in Sicht.

DÜSSELDORF. Als die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers am 15. September Gläubigerschutz beantragte, brachen an den internationalen Finanzmärkte alle Dämme und es kam an den internationalen Börsen zu panikartigen Aktienverkäufen.



Unter den deutschen Aktienindizes hatte es den MDax besonders hart getroffen. Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise brachen die Notierungen bei den Nebenwerten bis zu 38 Prozent ein. Der bereits erwähnte Abwärtstrendkanal wurde Anfang Oktober nach unten verlassen. Die Talfahrt konnte erst rund drei Wochen später bei 5 062 Punkten auf Wochenbasis aufgehalten werden. Zu verdanken ist dies vor allem einer horizontalen Schiebezone 4 970 bis 5 060 Zählern, die erfolgreich getestet wurde. Von diesem Niveau aus leitete der MDax eine Gegenbewegung ein. Der Nebenwerteindex konnte rund 17 Prozent gut machen.



Dennoch glauben wir zurzeit nicht an eine baldige Trendwende. Trotz der erwähnten Erholung hat die Baisse weiterhin Bestand. Die Gegenbewegung scheint in sich zusammenzubrechen. Rezessionsängste haben zuletzt wieder die Oberhand gewonnen. Daher ist ein Test der bereits erwähnten Preisspanne bei 4 970 bis 5 060 Punkten nicht auszuschließen. Diese Annahme wird durch die technischen Indikatoren bestätigt. Hierbei verweisen wir auf die klassische 200-Tage-Durchschnittslinie, die Mitte November 2007 ihren Höhepunkt fand und seitdem fällt. Erst wenn die Glättungslinie wieder nach oben geht, dürfte eine Besserung der Situation in Sicht sein. Damit ist vorerst jedoch nicht zu rechnen.

Christian Henke ist Chartanalyst bei der WestLB.

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