Charttechnik liefert keine positiven Signale
Goldhausse läuft langsam aus

Die Goldpreis-Hausse, die im April 2001 bei 255 Dollar je Feinunze startete und bis auf ein 15-Jahres-Hoch bei 456,75 Dollar im Dezember 2004 führte, gerät ins Stocken. Seit dem Höchststand fiel die Goldnotierung in den Bereich um 410 Dollar zurück und durchbrach den Aufwärtstrend, der sich seit Mai 2004 ausgebildet hatte.

HB WIESBADEN. Signifikant aus charttechnischer Sicht ist nun die Ausbildung einer Dreiecksformation - also einer Konsolidierungsphase in einem Aufwärtstrend. Eckpunkte dieser Formation sind das Dezember-Hoch und das Tief bei 410 Dollar aus dem Februar 2005. Zwar gab es Mitte Juni ein bullishes Ausbruchssignal, als der Goldpreis auf 443 Dollar stieg. Doch dieser Ausbruch entpuppte sich als "Bullenfalle", inzwischen notiert wieder an der unteren Begrenzungslinie der Dreiecksformation, genau am Unterstützungsbereich zwischen 410 und 415 Dollar. Sollte die Notierung unter die Marke von 410 Dollar sinken, wäre das bisherige Aufwärtsszenario zunächst aufgehoben. Erst im Bereich um 370 bis 380 Dollar würde die Notierung wieder eine nennenswerte Unterstützung finden.

Eine Kaufgelegenheit ergäbe sich erst wieder, wenn das Edelmetall die Marke von 430 Dollar nach oben durchbricht. Dann läge das Kursziel beim 15-Jahres-Hoch von 456,75 Dollar. Die technischen Indikatoren zeichnen aktuell aber kein positives Bild: Die Trendfolge-Indikatoren signalisieren einen Abwärtstrend, die Oszillatoren - sie definieren überkaufte- und überverkaufte Bereiche des Kursverlaufs - verlaufen im überverkauften Bereich. So lange sie hier bleiben, ist noch kein Kaufsignal zu erkennen.

Gregor Bauer arbeitet als unabhängiger Portfoliomanager und ist Vorsitzender des Berufsverbands der technischen Analysten Deutschlands.

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