Charttechnik: Schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis
Versorger bleiben in technisch kritischer Lage

Versorgerwerte bleiben europaweit in einer charttechnisch angespannten Börsenlage. Die in den wichtigsten europäischen Aktienindizes schwer gewichteten Aktien drohen mit dem Blick auf den Branchenindex Dow Jones EuroStoxx-Versorger eine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation auszubilden.

FRANKFURT. Nachdem die Papiere der Versorger in ihrem langjährigen Aufwärtstrend im Juni 2007 ein Zwischenhoch bei rund 575 Punkten markiert haben, kletterten die Aktien nach einem kurzen Rückschlag bis zum Januar 2008 auf ein Rekordhoch bei 658 Zählern.

In der folgenden scharfen Korrektur konnte der Index aber sein vorheriges Zwischentief nicht halten und schaffte auch in der nachfolgenden Erholung kein absolutes neues Hoch. Die Kurse blieben auf Höhe des Zwischenhochs vom Juni 2007 hängen. Hieraus ergeben sich im Chartbild zwei relative Hochs, die das absolute Rekordhoch umschließen - eine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation droht.

Entscheidende Bedeutung kommt nun der Nackenlinie bei 495 Punkten zu, die das Chartmuster nach unten abgrenzt. Kann der Index diese Schlüsselunterstützung halten, ist zumindest mit einer Kursreaktion an die Widerstände durch die alten Zwischenhochs bei 517 und 534 Punkten zu rechnen.

Im Zuge der Stabilisierung am Gesamtmarkt ist dies den Aktien zuletzt auch zum Teil gelungen - doch die Gefahr ist nicht gebannt. Ein erstes nachhaltig positives Signal wäre erst mit dem Sprung über 534 Punkte gegeben. Bricht der Index hingegen seinen aktuellen Erholungsversuch nach unten ab, kommt diese große Umkehrformation wieder ins Spiel und umfangreichere Verluste drohen.

Fällt die Unterstützung in Form der Nackenlinie bei 495 Punkten, würde das Muster einer Kopf-Schulter bestätigt. Hieraus würde sich deutliches Abwärtspotenzial mit einem charttechnischen Kursziel von 332 Punkten ergeben. Entsprechend sollten sich die Investoren bei Versorgerwerten vorsehen. Aus technischer Sicht ist das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit schlecht.

Der Autor, Frederik Altmann, ist technischer Analyst.

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