Charttechnik signalisiert Potenzial für Euro Stoxx 50
Europäische Aktien streben aufwärts

Noch immer spielen die europäischen Standardwerte im Bewusstsein der Privatanleger eine untergeordnete Rolle. Ihre Orientierung am Aktienmarkt holen sich diese meist mit einem schnellen Blick auf den Deutschen Aktienindex (Dax) und auf die Wall Street. Doch europäische Aktien verdienen mehr Aufmerksamkeit.

DARMSTADT. Während der Dax zuletzt im Bereich um 5 000 Punkte auf der Stelle trat, nimmt der Aktienindex Euro Stoxx 50 sein nächstes Kursziel zwischen 3 800 und 3 900 Punkten ins Visier - vom aktuellen Niveau locken also noch 15 Prozent.

Vergleicht man die Charts von Euro Stoxx und Dax, so erscheinen die Kursverläufe gleichförmig. Doch in der Baisse in den Jahren 2000 bis 2003 bremsten im europäischen Index anders als im technologielastigen Dax die substanzstarken Versorger und Ölwerte den Fall etwas ab. Der Dax fiel im Tief auf etwa ein Viertel seines Höchstwertes, während der Euro Stoxx nach etwas moderateren 64 Prozent Kursverlust zur Erholung ansetzte.

Die Grafik zeigt, dass der Europa-Index seit Sommer 2004 einem stabilen Aufwärtstrendkanal folgt. Eine obere Trendwende zeichnet sich dabei trotz des jüngsten Kursrückgangs nicht ab. Die oben erwähnte Chartmarke zwischen 3 800 und 3 900 Punkten lässt sich bis ins Jahr 2001 zurückverfolgen. Etwas später, in der Erholungsphase des Jahres 2002, bestätigte sie sich als Widerstand. Sollte diese Marke übertroffen werden und die freundliche Börsentendenz anhalten, steht längerfristig auch einem Anstieg bis in den nächsten höheren Widerstandsbereich bei 4600 Punkten nichts im Weg.

Vorsicht wäre erst geboten, wenn der Index durch die untere Begrenzung seines Aufwärtstrends fallen sollte. Diese verläuft derzeit im Bereich von 3 260 Zählern. Ein solcher Rückschlag würde unter technischen Gesichtspunkten Abwärtspotenzial bis zur Unterstützung bei 3 100 Punkten eröffnen. Doch anders als in den USA, wo die Leitindizes seit Anfang 2004 seitwärts pendeln, ist in Europa mehr Schwung zu verspüren. Gerade auf Grund der vergleichsweise immer noch niedrigeren Bewertungen europäischer Aktien können Anleger hier auf eine Fortsetzung des eingeschlagenen Trends hoffen.

Hans Schulz-Dieter ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

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