Charttechnik signalisiert solide Unterstützung
Der Goldpreis ist auf dem Weg nach oben

Das glänzende Gold ist als wichtiges Thema am Kapitalmarkt in den vergangenen Monaten vom "schwarzen Gold" Rohöl in den Hintergrund gedrängt worden. Nach dem steilen Preisanstieg beim gelben Metall von 2001 bis 2003 ist seit Jahresbeginn Ruhe eingekehrt. Aus charttechnischer Sicht spitzt sich nun die Lage beim Gold allerdings wieder zu - und das erneut im positiven Sinne.

FRANKFURT/M. Seit Ende 2001 konnte sich der Goldpreis mehrfach von seinem langfristigen Aufwärtstrend bei aktuell rund 395 Dollar je Unze nach oben abstoßen. Auf dem gleichen Niveau verläuft auch der exponentielle, gleitende Durchschnittskurs der vergangenen 40 Wochen. Die leicht steigende Linie stellt den langfristigen Kursverlauf geglättet dar und dient vor allem Händlern als wichtiger Anhaltspunkt. Zusätzlich stützt oberhalb dieses Niveaus bei gut 400 Dollar auch eine "innere Trendlinie" den Goldpreis, die seit dem Hoch im Februar 2003 etabliert wurde.

Entsprechend ist die positive Grundtendenz bei dem Edelmetall ungebrochen. Bei 395 bis 400 Dollar ist der Ölpreis derzeit gut unterstützt ist. Andererseits kämpft Gold mit seinem mittelfristigen Abwärtstrend, der aktuell bei rund 414 Dollar verläuft. Dieser bildet eine zusätzliche Grenze oberhalb der Widerstandszone bis 408 Dollar, wo die obere Begrenzung einer seit Herbst 2003 intakten Seitwärtsbewegung liegt.

Nach unten wird diese Handelsspanne bei 388 Dollar abgeschlossen. Ein erneuter Rückschlag ist somit nicht ausgeschlossen. Angesichts der guten Unterstützungszone um 400 Dollar, die als Einstiegsniveau dienen sollte, ist ein starker Kurssturz zunächst aber unwahrscheinlich.

Positive Signale gibt auch der Kursverlauf der wichtigsten Minenaktien, der als Frühindikator für die Goldpreisentwicklung zu sehen ist. Die entsprechenden Branchenindizes laden derzeit zum Kauf ein. Wichtig bei der Beurteilung von Gold ist im Sinne der Intermarket-Analyse auch ein Blick auf die Entwicklung des Euros. Die Gemeinschaftswährung befindet sich allerdings aus technischer Sicht in einer etwas schlechteren Verfassung als im Juli dieses Jahres.

Je nach Risikoneigung können zwei Handlungsempfehlungen für Investoren abgeleitet werden: Prozyklisch orientierte Anleger können bei einem signifikanten Überschreiten des Bereichs über 414 Dollar Positionen aufbauen. Antizykliker hingegen können einsteigen, wenn es noch mal zu einem Rückschlag auf den langfristigen Aufwärtstrend bei etwa 395 Dollar kommt.

Auf jeden Fall sollten Anleger ihre Positionen unter 388 Dollar absichern. Bei schwächeren Notierungen würde sich das Chartbild massiv eintrüben. Aus technischer Sicht spricht derzeit aber mehr für ein positives Szenario: den Ausbruch des Goldpreises nach oben.

Der Autor ist technischer Analyst in Frankfurt am Main.

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