Charttechnik: Technische Analysten sehen Dax auf Konsolidierungskurs

Charttechnik
Technische Analysten sehen Dax auf Konsolidierungskurs

Die charttechnische Situation im Dax hat sich nach Angaben von Analysten eingetrübt.

HB FRANKFURT. Sollte der Leitindex unter der Marke von 5 470 Punkten schließen, dürfte sich die Konsolidierung ausweiten. Ein Rückgang bis auf rund 5 380 Punkten sei dann sehr wahrscheinlich. Ein Rückgang bis auf dieses Niveau würde aber lediglich eine "normale" Konsolidierung nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Wochen darstellen.

Nach Ansicht von Armin Kremser, technischer Analyst bei der DZ Bank, hat der Dax im Tagesverlauf am Dienstag das jüngste Reaktionstief bei 5 482 Punkten unterschritten. Sollte dieses Niveau auch zum Schlusskurs nicht zurückerobert werden, habe der Index einen tertiären Abwärtstrend ausgebildet, so dass neue Hochs kurzfristig unwahrscheinlich würden. Das Kursrisiko sieht der Analyst nun bei 5 385 Punkten, dem letzten Reaktionstief aus dem sekundären Aufwärtstrend aus Oktober 2005. Die aktuelle Konsolidierung dürfte somit noch einige Tage anhalten, sagt Kremser. Dann allerdings seien neue Höchststände wahrscheinlich. Insgesamt ist der Analyst auf Sicht von zwei bis drei Wochen wieder positiv eingestellt für den Dax.

Im ersten Quartal erwartet Kremser insgesamt festere Kurse. Mit Blick auf die Zyklentechnik liege das Kursziel dafür bei 5 700 Punkten, die Charttechnik deute ein neues Bewegungshoch bei 6 200 Zählern an, heißt es. Bei Einzelaktien sehen Deutsche Bank aussichtsreich aus. Sollte hier die Unterstützung um 85 Euro nicht nachhaltig unterschritten werden, könnte das Papier in Richtung 88 Euro steigen. Bei Siemens liege das mittelfristige Potenzial bei 81 Euro, so Kremser. Allerdings könnte diese Aktie zuvor noch bis auf rund 70 Euro konsolidieren. SAP kämpften dagegen aktuell mit der Unterstützungszone um 152 Euro. Ein nachhaltiger Fall unter dieses Level könnte das Papier bis auf 148 Euro drücken.

Für den Analysten Marcel Mußler von den Mußler-Briefen hat sich die Charttechnik im Dax deutlich eingetrübt. Sollte der Index unter der wichtigen Marke von 5 470/5 482 Punkten schließen, stelle dies ein Verkaufssignal dar. Auf Wochensicht könnte der Dax dann bis auf 5 385 Punkte fallen, heißt es. Die Korrektur könne aber aus aktueller Sicht nicht auf dieses Niveau begrenzt werden.

Die Ende November etablierte steilste Trendkanalunterstützung im Dax ist am Freitag bei recht hohen Umsätzen per Schlusskurs nach unten durchbrochen worden, sagt Manfred Wolter, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Am Montag aber habe der Dax schon wieder von unten an dieser Linie angeklopft. Aus technischer Perspektive könne es sich um einen bearishen Pull Back an die ehemalige Unterstützung handeln, dem dann theoretisch wesentlich massivere Verluste folgten. Sollte der Dax am Dienstag unter der Unterstützungslinie bei 5 450,70 Punkte schließen, könnte dies somit eine weiterführende Konsolidierung auslösen.

Eine nächste Unterstützung liege dann bei 5 434 Punkten. Die 38-Tage-Linie bei 5 380 Punkten stelle dann den nächsten Support dar. Ein Rückgang des Dax bis auf dieses Niveau sei als "unspektakuläre Konsolidierung" zu bewerten, so Wolter. Erst ein nachhaltiger Fall unter die 38-Tage-Linie könnte einen stärkeren Rückgang bis auf das 38,2%-Retracement bei 5 250 Punkten auslösen.

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