Charttechnik
US-Währung könnte kurzfristig gewinnen

Mehr Menschen suchen im Internet nach dem Stichwort "Dollar-Kollaps" - nach der Theorie der konträren Meinung könnte der Dollar zumindest kurzfristig an Wert gewinnen. Ebenfalls positiv auswirken könnten sich die gestiegenen Renditen einjähriger US-Staatsanleihen. Der langfristige Abwärtstrend bleibt jedoch intakt.
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RIGA. Mittelfristige Aussagen zu den Währungsmärkten zu treffen, ist ein schwieriges Geschäft. Denn kaum ein anderer Markt ist mit vergleichbaren politischen Interessen verbunden, für keinen anderen Markt gibt es vergleichbare Interventionen seitens der Zentralbanken. Daher versagen an den Devisenmärkten diverse technische Handelssysteme, mit denen sich etwa an den Aktienmärkten gute Resultate erzielen lassen.

Dennoch gibt es markttechnische Prinzipien, denen sich auch die Devisenmärkte nicht entziehen können. Dazu zählt die langfristige Trendbestätigung. Konkret heißt das, dass eine Information, die bereits mehr als ein Jahr zurückliegt, für die aktuelle Einschätzung umso relevanter ist. Der US-Dollar-Index, der den Kurs des Greenback gegen einen Korb aus neun Hartwährungen misst, hatte im Juli 2008 eine neues Rekordtief ausgebildet. Damit wurde der seit dem Jahr 2001 zu beobachtende Abwärtstrend erneut bestätigt.

Dieser Fakt in Verbindung mit dem Wissen, dass solche Wirtschaftstrends oft in dekadenlangen Trends verlaufen, führt zur Erwartung, dass der US-Dollar mittel- bis langfristig neue Tiefstände ausloten kann.

Gleichwohl gibt es in der kurzfristigen Betrachtung Stimmungsindikatoren, die eine Aufwertung der US-Währung möglich erscheinen lassen. Erwähnenswert sind die gegenüber Mai um den Faktor drei gestiegenen Suchanfragen nach dem Stichwort "Dollar-Kollaps" bei Internetsuchmaschinen. Das US-Meinungsbarometer Consensus bestätigt mit rund 75 Prozent Dollar-Skeptikern dieses extreme Stimmungsbild. Nach der Theorie der konträren Meinung folgt auf solch gleichförmige Konfigurationen der öffentlichen Meinung eine gegensätzliche Marktbewegung - der Dollar könnte zumindest kurzfristig an Wert gewinnen.

Ebenfalls positiv auswirken könnten sich die gestiegenen Renditen einjähriger US-Staatsanleihen, mit denen der Dollar seit Jahresanfang eng korreliert. Auch vom Aktienmarkt her kündigt sich Unterstützung an. Fazit: Eine kurzfristige Erholung der US-Devise könnte anstehen - ungeachtet des langfristigen Abwärtstrends.

Der Autor Felix Pieplow ist Geschäftsführer von Staedel Hanseatic.

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