Charttechniker erwarten steigende Notierungen
Chartkommentar: Der Ölpreis eilt von Rekord zu Rekord

Der Preis für Rohöl ist nicht zu bremsen. Seit den noch aus dem Jahr 1998 stammenden Tiefstand - damals war das Barrel (159 Liter) für zehn US-Dollar zu haben - hat sich der Preis mehr als vervierfacht, inflationsbereinigt immerhin in etwa verdoppelt. Technisch betrachtet lässt sich ein Ende der Aufwärtsbewegung nicht absehen.

HB BAD HOMBURG. Zum Wochenschluss kostete das Nordseeöl der Marke Brent erstmals über 44 Dollar und die US- Richtmarke WTI sprang auf über 46 Dollar. Ausgelöst wurde der neue Preisschub u.a. durch Versorgungsängste vor dem Referendum über Präsident Hugo Chavez. Befürchtet wird, dass im weltweit fünftgrößten Ölland die Förderung beeinträchtigt werden könnte.

Die charttechnisch nun seit fast sechs Jahren intakte Bewegung beim Brentölpreis beeindruckt sehr und lässt kaum Zweifel an der Stabilität des Aufwärtstrend zu. Börsianer suchen vergeblich nach einem ähnlich stabilen Bild, wie es der Ölpreis bietet. Der Sprung über die Marken von 37 und 39 Dollar stimmt ausgesprochen optimistisch, wenngleich es an den für die Welt-Kapitalmärkte erfahrungsgemäß negativen Rückkopplungseffekten nichts zu deuteln gibt.

Technisch betrachtet kommt der Bruch dieser langjährigen horizontalen Widerstandsmarken einem als nachhaltig anzusehenden Kaufsignal gleich. Dieses dürfte in den vor uns liegenden Wochen und Monaten weiter deutlich anziehende Preise zur Folge haben. Zwar zeigen die Tages- und Wochenindikatoren in Folge des dynamischen Anstiegs auf breiter Front Überhitzungen an, so dass temporäre Konsolidierungen nicht ausgeschlossen werden können. Angesichts der gewaltigen Trendstärke ist aber die Aussagekraft dieser Instrumente in solchen Phasen bekanntlich eingeschränkt.

Schwierig indes gestaltet sich im gegenwärtig widerstandsfreien Territorium die Kurszielbestimmung. Allerdings dürfte es, das eine oder andere kurze Luftholen in Form von Konsolidierungen eingeschlossen, vermutlich nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein, bis auch die nächste große Marke, nämlich 50 Dollar, erklommen wird. Und mittel- und langfristig dürfte das Potenzial selbst dort noch nicht ausgeschöpft sein.

Nach unten hingegen sichert die nunmehr solide Unterstützung zwischen 37 und 39 Dollar den Kurs des Ölpreises ab. Ein aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlicher Rückfall unter diesen Bereich würde das auf allen Zeitebenen viel versprechende Bild eintrüben und den Anstieg ins Stocken geraten lassen. Auf "Rot" würden die Ampeln aber erst bei einem Fall unter den bei gut 30 Dollar verlaufenden Aufwärtstrend springen.

Der Autor arbeitet bei der Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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