Charttechniker in Sorge
Schlussverkauf im Schnelldurchlauf

Der Absturz an den Börsen hat nicht nur die Privatanleger auf dem falschen Fuß erwischt. Auch die Experten sind erstaunt. Charttechniker rechnen nun mit einem langen Abwärtstrend.
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DüsseldorfSo langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir es nicht mit einer üblichen Korrektur zu tun haben, sondern mitten in einer grundlegenden Trendwende stecken. Darauf lässt ein Blick auf die Charts schließen. „Der große Aufwärtstrend der vergangenen zwei Jahre ist gekippt – die Hausse ist vorbei“, sagt Marcus Metz, technischer Analyst von Staud Research.

Innerhalb weniger Tage hat der Dax mehr als 1000 Punkte verloren. Gleichzeitig sind die Umsätze an den Börsen deutlich gestiegen – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass viele Investoren nur noch raus aus dem Markt wollen. Der Abwärtstrend hat eine gewaltige Dynamik angenommen. „Das Ausmaß hat uns überrascht“, sagt Metz.

Besonders beunruhigt den Experten, dass der Dax auf dem Weg nach unten die Marke von 6500 Punkten durchbrochen hat. Auf diesem Niveau notierte der Index nach dem Erdbeben in Japan. Aus Sicht des Charttechnikers muss der Dax diese Marke erst wieder zurückerobern, damit sich die Aussichten wieder bessern. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass es in die andere Richtung gehe. Das Beste, worauf Anleger momentan hoffen können, sei eine „Feuerpause“.

„Aus technischer Sicht  wurden reihenweise wichtige Unterstützungsmarken gebrochen. Wir befinden uns nun in einem übergeordneten Abwärtstrend“, meint auch Christian Schmidt, technischer Analyst der Helaba.

Kommentare zu " Charttechniker in Sorge: Schlussverkauf im Schnelldurchlauf"

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  • Frage: Wenn ich Geld anlege, um wenigstens einen Inflationsausgleich zu bekommen investiere ich in ein 'Unternehmen'

    a)das am Markt Geld verdient, ein ordenliches Managment hat und auch in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es Krisen meistern kann
    oder
    b)eins bei dem das Management alle 4-5 Jahre wechselt und durch andere Lehrer, Studienabbrecher, SozPäds ersetzt wird, das seine Entscheidungen wöchentlich den Umfragen anpasst, und das trotz jährlich steigender Einnahmen seine
    Schuldenlast permanent erhöht?

  • ... na dann man ran an die Buletten !

  • @herbert

    naja nüchtern betrachtet haben diese leute ja nicht komplett unrecht - den unternehmen geht es im großen und ganzen aktuell recht gut, speziell in deutschland wurde bis dato gutes geld verdient. eigentlich müssten die leute aus den staatsanleihen fliehen anstatt aus den aktien. denn dieser "crash" bzw diese panik beruht auf der aktuellen schuldenkrise vieler länder - und diese kam ganz gewiss nicht über nacht. aber trotz hoher staatsschulden müssen die menschen weiterhin "leben", sprich essen, trinken, benötigen hygieneartikel usw. also werden die konzerne auch weiterhin geld verdienen, das sich der "mega-aufschwung" den wir im ersten halbjahr hatten etwas abschwächt, ist doch total selbstverständlich, aber doch noch lange kein grund zur panik. aus diesem grund haben die leute, die jetzt sagen aktien sind günstig zu haben nicht unrecht. die reaktion der leute aus aktien zu flüchten passt halt nicht zur herrschenden problematik, doch flüchten die menschen immer aus ihren aktien in diesen zeiten. ich bin der meinung es gibt mit sicherheit interessante titel z.b. im dax, über die es sich lohnt mal nachzudenken. gefährlicher im zusammenhang mit dieser schuldenkrise sind möglicherweise die banken-titel und versicherungen - aber unternehmen die lebensmittel herstellen oder aus der pharma- und medizinbranche sind trotz staatsschulden absolut unentbeerlich - also wird dort auch weiterhin gutes geld verdient.

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