Charttechniker sieht den Markt überkauft und rechnet mit weiteren Rückschlägen
Goldpreis steht vor Konsolidierung

Nach dem kurzfristig kräftigen Einbruch am Goldmarkt sind weitere Preisrückgänge zu erwarten. Der Markt ist immer noch überkauft.

ZÜRICH. In US-Dollar gerechnet hat der Goldpreis in den letzten Wochen und Monaten stark an Wert gewonnen. Seit seinem Tief im Mai diesen Jahres bei 317 Dollar, hat die Feinunze bis Anfang Dezember 22 Prozent an Wert zugelegt. Selbst in Euro gerechnet konnte Gold mit neun Prozent eine durchaus solide Performance aufzeigen.

Charttechnisch hat sich seit 2001 ein stabiler und signifikanter Aufwärtstrend ausgebildet. Mitte November wurde das bisherige Jahreshoch von April bei knapp über 320 Dollar auf Wochenschlussbasis überwunden, womit der primäre Aufwärtstrend bestätigt wurde. Allerdings ist mit der Aufwärtsbewegung der Optimismus unter den Marktteilnehmern stark gewachsen.

Zu viel Optimismus, beziehungsweise Pessimismus wird in der technischen Analyse als Kontraindikator gewertet. Ähnlich wie der Pessimismus für den Dollar zuletzt historisch hohe Werte angenommen hat, lassen sich in Stimmungsindikatoren für Gold Optimistenraten von über 70 Prozent ablesen. Vergleichbar ist der vorherrschende Optimismus nur noch mit dem Verlaufshoch von Anfang des Jahres, beziehungsweise den markanten Hochpunkten von Februar 2003 oder Mai 2002. Im Anschluss an diese Verlaufshochs musste die Feinunze immer eine mindestens mehrwöchige Konsolidierung durchlaufen, ehe der primäre Aufwärtstrend wieder aufgenommen wurde.

Genau das ist die aktuelle Erwartung. In den kommenden Wochen ist mit einer weiteren Konsolidierung zu rechnen. Trotz der starken Verluste der letzten Tage ist der Markt unter mittelfristigen Gesichtspunkten immer noch stark überkauft, so dass kurzfristig lediglich mit einer begrenzten Gegenbewegung zu rechnen ist. Der Rückschlag dürfte den Preis auf 420 Dollar drücken. Selbst ein Test des primären Aufwärtstrends bei knapp 410 Dollar ist im Januar möglich. Deshalb sollten starke Gold-Tage dazu genutzt werden, Minenaktien zu verkaufen beziehungsweise Gewinne mitzunehmen.

Michael Riesner leitet die Technische Analyse der UBS Investmentbank

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