Charttechnisch ist der Weg bis 20 000 Punkte frei
Das Rekordhoch des Dow ist ein Kaufsignal

Der Dow-Jones-Aktienindex hat in diesen Tagen das Hoch aus dem Jahr 2000 um mehr als drei Prozent überschritten. Charttechnisch ist der Weg bis 20 000 Punkte frei. Analysten warnen jedoch vor einer Wiederholung des Stagflationsjahrzehnts der siebziger Jahre. Damals ging es für Aktien nur seitwärts. Wohin geht die Reise im Dow?

FRANKFURT. In der technischen Analyse sind Ausbrüche aus mehrjährigen Konsolidierungszonen große Ereignisse. Dem Ausbruch des Ölpreises über den langjährigen Widerstand von 40 Dollar vor zwei Jahren folgte ein Anstieg um 80 Prozent. Ähnliches geschah 2003, als kleine und mittelgroße Nebenwerte ausbrachen und seither zwischen 60 und 200 Prozent stiegen. Nach dem aktuellen Ausbruch aus der siebenjährigen Seitwärtszone ist für den Dow ein Kursziel von rund 20 000 Punkten durchaus realistisch.

Doch es gibt Argumente gegen eine Fortsetzung der Hausse. Auf die stark gestiegenen Rohstoffpreise könnte eine Inflationswelle folgen. Damit wäre an den Aktienmärkten nichts zu verdienen. Und sollten die Zinsen weiter erhöht werden, würden sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen verschlechtern.

Dann würde ihr größter Gewinnschub seit über 30 Jahren einer Korrektur weichen. Das würde vor allem die Kleinen treffen, den Dow könnte es noch relativ stärken, weil Großunternehmen einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt haben. Damit wäre eine Fortsetzung der Rallye im Dow trotz Inflations- und Stagflationsszenario möglich.

Doch eine gleichlaufende Hausse für alle Werte ist wenig wahrscheinlich. Wenn die großen Aktien als letzte steigen, erleiden die kleinen oft Kursrückgänge. Und die steigenden Zinsen könnten den Aktien aus Schwellenländern schaden.

Felix Pieplow ist Finanzmarkt- und Wirtschaftsanalyst

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