Charttechnisch rückt Widerstand bei 580 Dollar in den Vordergrund
Analysten bescheinigen Goldpreis Aufholpotenzial

Nach Jahren der Ereignislosigkeit ist Gold seit Mitte 2005 wieder in den Fokus der Investoren gerückt. Von Mitte Juli 2005 an legte das gelbe Metall in nur zehn Monaten rund drei Viertel an Wert zu und fand im Mai bei 730 Dollar sein vorläufiges Preishoch.

FRANKFURT. Anschließend ging es etwas bergab, seit Anfang September rutschte das gelbe Metall dann mit wesentlich schnellerem Tempo von 640 auf 580 Dollar ab - eine Korrektur, die aus technischer Sicht erneut Chancen bieten könnte.

Wichtig ist, dass die charttechnische Schlüsselunterstützung um 580 Dollar zunächst gehalten hat. An dieser Marke entscheidet sich die weitere Richtung des Goldpreises. Unterstützung bietet der mittelfristige Aufwärtstrend, der die Tiefs im Juli und November 2005 sowie die Korrektur-Extrema im Juni und September 2006 berührt. Auf diesem Niveau verläuft bei 589 Dollar auch der gleitende Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage. Hinzu kommt bei 575 Dollar eine starke horizontale Unterstützung.

Hält die Unterstützung um 580 Dollar und wird im Maximalfall die Marke von 540 Dollar nicht mehr nachhaltig unterschritten, hat Gold eine gute Chance, seinen Boden zu finden und zu einer neuen Aufwärtsbewegung anzusetzen. Es wäre mit einem Anlauf auf das 27-Jahres-Hoch bei 730 Dollar zu rechnen.

Als klares Warnsignal wäre dagegen ein neues Tief unter 540 Dollar zu verstehen. Dies würde den jüngsten Stabilisierungsversuch stoppen und einen neuen Abwärtsimpuls gegeben. Zudem würde der primäre Aufwärtstrend gebrochen und es wäre mit der Etablierung eines mittelfristigen Abwärtstrends in Richtung des alten Bodens bei 420 Dollar zu rechnen.

Achten sollten Gold-Investoren auf die Entwicklung des Dollars. Gold weist eine sehr starke (negative) Korrelation mit der US-Währung auf und steigt häufig dann, wenn der Dollar schwach ist. Derzeit bewegt sich dieser seitwärts. Bestätigt sich eine charttechnische Top-Bildung, müssten Anleger aber auch bei Gold sehr vorsichtig werden und das negative Szenario bedenken.

Der Autor ist technischer Analyst in Frankfurt am Main.

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