Charttechnische Prognosen
Dax hat noch tiefere Ziele im Visier

Sieben Monate hat der Dax gebraucht, um 22 Prozent zuzulegen. Doch innerhalb von nur drei Tagen hat der deutsche Leitindex die Hälfte der Gewinne wieder abgegeben. Das neue Allzeithoch von 8 151 Punkten ist mittlerweile außer Reichweite, Charttechniker erwarten weitere Kursverluste.

HB DÜSSELDORF. Für den Dax war der Handelstag am gestrigen Donnerstag ein "schwarzer Tag". Das Minus von 2,4 Prozent war einer der größten Verluste in den vergangenen Monaten. Für Charttechniker viel schlimmer: Der deutsche Leitindex rutschte ungebremst unter die wichtige Unterstützungslinie von 7 500 Punkten. Zudem ist das Börsenbarometer unter die vielbeachtete 55-Tage-Durchschnittslinie gefallen. Diese Linie - gebildet aus den Kursen der vergangenen 55 Handelstagen - war in den vergangenen Jahren ein treffsicherer Indikator. Fiel der Dax-Kurs unterhalb der Line, waren meistens weitere Verluste die Folge und umgekehrt.

Als neue untere Marke für den heutigen Handelstag sehen technische Analysten die Unterstützung von 7 300 Zählern. "Kurzfristig ist der Markt so stark überverkauft, dass im schlechtesten Falle zumindest die 7 300er-Zone halten dürfte", heißt es in dem aktuellen Newsletter der Citigroup "Markt vor neun". Das sehen die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt genau so und erwarten im Tagesverlauf gar einen Rebound. Und falls der Dax wieder die Marke von 7 500 Zählern zurück erobert, dürfte nach Meinung der Düsseldorfer für die deutschen Standardwerte das Schlimmste überstanden sein.

Doch die Mehrzahl der Charttechniker erwarten, dass der Dax über den heutigen Handelstag hinaus tiefere Unterstützungszonen anpeilt. Vor allem die Spanne von 7 040 und 7 100 Punkten wird bei den Prognosen von PNB Paribas und Citigroup genannt.

Hintergrund sind mehrere charttechnische unterstützende Elemente: Dort verläuft beispielsweise die 200-Tage-Durchschnittslinie, die sich aus den Kursen eines kompletten Handelsjahres zusammensetzt und für längerfristig orientierte Anleger von Bedeutung ist. Auch der rund einjährige Aufwärtstrend liegt auf dem Niveau. Ein Rutsch unter die Marke von rund 7 000 Punkten wäre ein charttechnisches Desaster. Dann würden Baisse-Spekulationen aufkommen.

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Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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