Charttechnische Voraussetzungen sind noch positiv
Ölpreis setzt seine Konsolidierung fort

Im November 2001 notierte der Preis für europäisches Brentöl am Spotmarkt noch bei etwa 17 Dollar pro Barrel. Seitdem zog der Ölpreis kontinuierlich an und stieg entlang eines stabilen Aufwärtstrends bis in die Region um 52 Dollar.

WIESBADEN. Auf diesem Niveau bildete sich zwischen Mitte und Ende Oktober 2004 eine obere Umkehrformation in Form eines Doppel-Tops aus. Der Ölpreis stürzte in der Folge ab und fand seinen Boden erst wieder bei 36 Dollar. Von hier aus startete eine neue steile Aufwärtsbewegung, die im Tagesverlauf des 17. März bei 56,73 Dollar ein bisheriges Allzeithoch markierte.

Ausgehend von diesem Hoch fiel der Ölpreis allerdings wieder unter hoher Volatilität bis in den Bereich um 50 Dollar zurück. Dabei bildete er einen Trendkanal aus. Dieser wird in der Charttechnik als "Flagge" bezeichnet, wenn er - wie in diesem Fall - nach einem steilen Anstieg gebildet wird. Eine Flagge wird als Trendbestätigungsformation interpretiert, also als eine Konsolidierungsphase in einem Aufwärtstrend. Aus charttechnischer Sicht stehen die Ampeln für einen weiteren Preisanstieg damit auf Grün.

Klar definierbar sind die aktuellen Unterstützungen und Widerstände: Ein Ende der Konsolidierung wäre gegeben, wenn der Ölpreis über die obere Begrenzungslinie der Flagge steigt - aktuell liegt diese bei etwa 51 Dollar. Die Linie verläuft aber mit fallender Tendenz. Sollte sie überstiegen werden, kann das als Signal zur Eröffnung von Long-Positionen gewertet werden. Die nächsten Widerstände finden sich im Bereich des Doppel-Tops bei etwa 52 Dollar, sowie besonders um das bisherige Hochs bei knapp 57 Dollar.

Ein sehr negatives Chartsignal würde entstehen, wenn der Ölpreis unter die untere Begrenzungslinie der Flagge fiele. Dies würde das Konsolidierungsszenario aufheben, ein Signal für eine beschleunigte Abwärtsdynamik unter Ausbildung eines stabilen Trends bedeuten und einen Short-Einstieg begründen. Die nächste Unterstützung fände der Ölpreis dann im Bereich um 46,50 Dollar. Sollte diese nach unten durchbrochen werden, gäbe eine Unterstützung bei 42,50 Dollar Halt.

Dieses Niveau darf der Ölpreis dann aber nicht mehr unterschreiten, sonst droht ein weiterer Preisverfall, der sich bis in den massiven Unterstützungsbereich zwischen 40 Dollar und 39 Dollar fortsetzen würde. Aktuell gibt es aber für ein solches Szenario aus charttechnischer Sicht noch keinen Anlass.

Gregor Bauer arbeitet als unabhängiger Portfolio-Manager und ist Vorsitzender des Berufsverbands technische Analyse.

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