Dax
Deutscher Leitindex vor einer Korrektur

Der deutsche Aktienindex Dax hat seit dem März-Tief von 3 588 Punkten eine dynamische Rallye hinter sich gebracht und stieg seitdem in der Spitze auf 4 680 Zähler. Eine typische Bärenmarkt-Rally? Jedenfalls lässt gerade in klaren Baissephasen eine deutliche Gegenreaktion oftmals sehr lange auf sich warten.

HAMBURG. Ganze sechs Wochen brauchte der Index für seinen Anstieg um gut 30 Prozent. Ist damit aber ein Ende der seit Jahresbeginn 2008 andauernden Abwärtstendenz des deutschen Leitindex gekommen? Die maßgebliche Abwärtstrendlinie verläuft dieser Tage bei rund 5 470 Punkten und verbleibt damit noch in weiter Ferne vom aktuellen Kursniveau. Zudem hat der fulminante Anstieg kurzfristig einen überkauften Markt hinterlassen. „Zu schnell, zu weit“ deuten jedenfalls die technischen Indikatoren an. Eine Korrektur des jüngsten Anstiegs wäre also nicht nur normal, sondern wegen des kurzfristig überhitzten Marktes sogar wünschenswert. Geeignete Ziele wären Unterstützungsbereiche von etwa 4 450 oder auch 4 260 bis 4 270 Punkten. Keinesfalls sollte der Dax aber wieder unter die Horizontalunterstützung von 4 017 Punkten fallen.

Nach der erwarteten Konsolidierung ginge es dann darum, ob der Dax die sich jüngst ausgebildete V-Umkehrformation nach oben abschließen kann. Der scharfe Rückgang seit Februar hin zum März-Tief wurde in ebensolcher Art und Weise wieder umgekehrt. Es bildete sich die V-Umkehrformation, wobei ein nachhaltiger Anstieg über 4 680 / 4 700 Punkte eine mittelfristige Trendwende bedeuten würde. Dann könnte der Dax bis in die Sommermonate hinein steigen. Die altbekannte „Sell in may and go away“-Regel wäre diesmal falsch.

Innerhalb der neu etablierten Spannweite zwischen den Horizontalen bei gut 4 000 Punkten als Untergrenze und rund 5 300 Punkten als Obergrenze ist der deutsche Leitindex aber nicht mehr negativ, sondern zumindest neutral einzustufen. Der endgültige Aufbruch zu besseren Zeiten hängt aber davon ab, ob die Widerstände um 5 300 Punkten, der bisherige Abwärtstrend und auch die 200-Tage-Linie überwunden werden.

Holger Struck ist Charttechniker bei Hslivetrading

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