Deutscher Aktienindex
Charttechnik: Dax droht eine Seitwärtsbewegung

Die Erholung des Deutschen Aktienindexes war nur eine typische Gegenreaktion auf die vorangegangene Baisse. Noch kann von Entwarnung keine Rede sein. Die Fundamentaldaten bremsen den Aufstieg, es dürfte bei der nun etablierten Seitwärts-Schiebezone bleiben. Für längerfristig denkende Investoren heißt es abwarten.

HAMBURG. Die seit Jahresbeginn 2008 andauernde Abwärtstendenz des Deutschen Aktienindexes ist seit März 2009 in eine dynamische Aufwärtsreaktion übergegangen, welche allerdings bisher lediglich die Bezeichnung "Bärenmarktrally" verdient. Das heißt, es ist eine typische, durchaus auch dynamisch ausfallende Gegenreaktion auf eine vorausgegangene Baisse. Wohlbemerkt lediglich eine "Reaktion" auf den vorherrschenden und weiter intakten Abwärtstrend.

So überraschend der imposante Anstieg seit dem März-Tief von 3 589 Indexpunkten auf in der Spitze 5 177 Zähler Anfang Juni für manchen Marktteilnehmer auch kam: Auch solch ein Zuwachs von zwischenzeitlich plus 44 Prozent in weniger als drei Monaten führte wie erwartet "nur" zur Ausbildung einer neuen Seitwärtszone, deren obere Begrenzung mit dem Widerstandsbereich zwischen 5 175 und 5 300 Punkten bisher nicht überwunden werden konnte.

Somit gilt: "Entspannung ja, Entwarnung oder gar Trendwende bisweilen nein!" Immerhin wurden durch die Rally der letzten Monate die Oktober-Tiefstände des vergangenen Jahres im Bereich von 4014-4035 Punkten wieder überboten und wirken fortan als starke Unterstützung. Auch liegt mittlerweile durchaus eine Trendwende- oder Umkehrformation durch den V-förmigen Wiederanstieg seit März vor. Nur mangelt es - bei den weltwirtschaftlichen Fundamentaldaten sicher nicht verwunderlich - derzeit noch an Courage für einen echten, abschließenden Ausbruch nach oben.

Somit dürfte es, saisonal gesehen nicht untypisch für die Sommermonate, bei der nun etablierten Seitwärts-Schiebezone bleiben, deren Untergrenze sich durch diverse Tiefstkurse im Wochenchart bei 4 015, 4 062, 4 035 und letztlich 3 987 im April 2009 definiert. Der entscheidende Widerstandsbereich und damit die Obergrenze der Tradingrange liegt ursprünglich im Bereich der Hochpunkte bei 5 303 und 5 384 Punkten aus Oktober und November des letzten Jahres.

Doch bei genaueren Hinsehen würde bereits ein Ausbruch über 5 175 den Dax über entscheidende Horizontalhürden und gleichzeitig auch über den Abwärtstrend seit Beginn des Jahres 2008 hinausbringen. Auch die besagte V-Formation wäre dann nach oben hin abgeschlossen und würde dem Index wieder eine vielversprechendere Zukunft bescheren. Für längerfristig denkend Investoren heißt das Motto "Ausbruchsrichtung abwarten" und vielleicht an den Sommerurlaub denken.

Holger Struck ist Charttechniker bei Hslivetrading

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