Die aktuelle Chartanalyse
Deutsche Staatsanleihen stehen vor Trendwende

Charttechniker errechnen nun ein mittelfristiges Kursziel für den Bund-Future von rund 116 Prozent.

FRANKFURT. Nach dem Hoch des Bund-Futures ist seit Ende der vergangenen Woche eine Trendwende erkennbar. Bereits im Januar kühlte sich die Risikoaversion ab. Der Bund-Future ist ein Terminkontrakt auf 10-jährige Bundesanleihen und der Leitindikator für den deutschen Rentenmarkt.

Der seit Anfang des Jahres andauernde Abwärtstrend ist ein Indiz für eine abnehmende Stärke der Zinsoptimisten. Unterstützung fanden sie lediglich beim Dezember-Tief von 121,33 Prozent. Zusammen bilden diese Linien ein fallendes Dreieck - ein charttechnisches Zeichen für eine negative Tendenz. Die Bewegung der vergangenen Woche durchbrach diese Unterstützung bei 121,33 Prozent jedoch deutlich. Der Ausbruch aus dem Dreieck ist ein verlässlicher Indikator für eine langfristige Trendwende am Rentenmarkt.

Zeitgleich mit dem Ausbruch aus der Formation stieg auch das Handelsvolumen am deutschen Rentenmarkt. Daraus ergibt sich ein weiteres Zeichen dafür, dass die Kurse für Staatsanleihen auch mittelfristig in Richtung des Ausbruchs laufen werden. Um auch von langfristiger Bedeutung zu sein, sollte sich dies auch im Wochen- und Monatschart fortsetzen.

Aus der genannten Kursformation lässt sich sogar ein Ziel der Aufwärtsbewegung errechnen: Projiziert man die Höhe des Dreiecks (520 Ticks) von der Basislinie nach unten, so ergibt sich rechnerisch ein Ziel von 116,13 Prozent auf Sicht von zwei bis vier Monaten. Interessanterweise entspricht der angegebene Kurs darüber hinaus ebenfalls einer Rendite des Bund-Futures von fast exakt vier Prozent. Er bietet damit insgesamt ein ideales und intuitives Ziel für eine längerfristige Bewegung gen Norden. Aufgrund der starken Volatilität der letzten Monate ist es wahrscheinlich, dass das avisierte Ziel eher früher als später erreicht wird.

Der Autor, Glenn Marci, ist Analyst der DZ Bank

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