Einheitswährung läuft in ein charttechnisches Dreieck
Der Euro-Kurs steht am Scheideweg

Der Euro hat Mitte Januar 2004 zum US-Dollar mit 1,2898 vorerst sein Allzeithoch markiert. Signifikant für die weitere Entwicklung ist zunächst die Ausbildung eines Doppel-Top, also einer oberen Umkehrformation, die zu einem anschließenden Kursrückgang bis in den Bereich um 1,19 Dollar führte. Dieser Stand wurde im April erreicht. Hier bildete die europäische Währung nun einen Boden aus und bestätigte damit auch die Aufwärtstrendlinie, die sich seit Oktober 2002 gebildet hatte.

HB DÜSSELDORF. Auffällig am Kursverlauf ist die Ausbildung eines charttechnischen Konsolidierungsdreiecks. Dieses wird nach oben durch das Allzeithoch und das Zwischenhoch im Juli 2004 begrenzt. Dadurch bildet sich eine fallende Trendlinie. Von unten vervollständigt eine steigende Trendlinie das Dreieck. Diese bildet sich aus dem Tief von Anfang Mai im Bereich um 1,18 und durch das Kursniveau im Bereich um 1,20 Dollar, welches in den letzten zwei Wochen des August markiert wurde.

Der Euro ist bereits in die Spitze dieses Dreiecks hineingelaufen, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs - also einer heftigen Kursbewegung - deutlich gestiegen ist. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder die Einheitswährung fällt durch die untere Begrenzung des Dreiecks nach unten oder sie prallt an dieser Unterstützung ab und steigt in Richtung der oberen Begrenzungslinie, die aktuell im Bereich um 1,23 Dollar verläuft.

Die technischen Indikatoren signalisieren dabei zunächst eine nachlassende Aufwärtsdynamik. Sollte der Euro aber an der unteren Begrenzung des Dreiecks abprallen und nach oben ausbrechen, so ist das nächste Kursziel auf Sicht der nächsten Monate bei 1,24 Dollar zu bestimmen. Danach würde dann das Allzeithoch bei 1,29 Dollar eine massive Widerstandsmarke bilden. Diese muss der Euro aber nachhaltig überwinden, dann eröffnen sich Chancen auf weitere Kurssteigerungen. Dies wird aber im ersten Anlauf nicht gelingen.

Nach unten ist der Kurs zunächst durch die untere Begrenzung des Dreiecks gesichert, die aktuell im Bereich um 1,20 Dollar verläuft. Ein signifikanter Unterstützungsbereich liegt dann im Bereich um 1,175 Dollar.

Gregor Bauer arbeitet als selbstständiger Portfolio Manager in Wiesbaden und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Technische Analyse.

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