Expertenmeinung
Charttechnik: Versicherer zeigen sich resistent

Der Börsenmonat Oktober gilt als saisonal durchwachsen und "Crash-gefährdet". Auch in diesem Jahr hat er den statistischen Ansprüchen voll und ganz genügt und für Verwerfungen an den Weltaktienmärkten gesorgt. Viele der großen Indizes müssen nun die Brüche ihrer mittel- bis langfristigen Aufwärtstrends verarbeiten. Der Blick auf einzelne Sektoren ergibt aber ein durchaus differenziertes Bild.

BAD HOMBURG. Gegenüber den jüngsten Marktturbulenzen weitgehend resistent zeigten sich die Versicherer. Dies verdeutlicht das Beispiel der Allianz-Aktie. In der Schwächephase von März 2002 bis 2003 zählte sie zu den am stärksten gebeutelten Titeln im Deutschen Aktienindex (Dax). Anschließend erfolgte eine stattliche Aufwärtsbewegung. Doch seit den Höchstständen vom Jahresbeginn 2004 bei rund 110 Euro war mit der Aktie kein Staat mehr zu machen. Die Aktie blieb hinter der Performance des Dax zurück. Nun ist der Kurs nach oben ausgebrochen, dies kommt einem Kaufsignal gleich, das technisch weiteres Aufwärtspotenzial geschaffen hat. Überzeugend ist zudem die Konstellation der mittelfristig ausgerichteten Wochenindikatoren, die ebenfalls ein durchweg positives Bild zeigen.

Der Blick nach vorn trifft geradezu zwangsläufig den Widerstandsbereich bei 130 Euro. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate gibt es gute Chancen, dass die Aktie in diesen Bereich vorstößt. Selbst deutlich darüber hinausgehende Zugewinne sind nicht auszuschließen. Die nächste markante Hürde liegt - auf Grund des Ende der 90er-Jahre atemberaubenden Anstiegs - erst auf Niveaus von 170/180 Euro. Aus technischer Sicht ist dies ein "Idealziel".

Sollte der Allianz-Kurs dagegen temporär unter Druck geraten, sichern Unterstützungen um 110 Euro bzw. 104 Euro den Fall ab. Hier würde sich aber ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis ergeben. Der Bruch der Marke von 104 Euro, dort verläuft die durch den langfristigen Aufwärtstrend definierte Auffanglinie, würde zu einer grundlegenden Eintrübung der viel versprechenden Perspektiven führen. Die Chance auf weitere Gewinne wäre vertan. Bittere Konsequenz wären in diesem Fall sogar weitere signifikante Abschläge und eine dauerhafte Rückkehr in "zweistellige" Kursbereiche.


Der Autor ist Chartexperte von Staud Research in Bad Homburg.

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