Fest etablierter Abwärtstrend
Telekom-Aktionären drohen weitere Rückschläge

Über kaum eine Aktie wurde mehr geschrieben, kommentiert, analysiert und Stimmung gemacht, als über die der Deutschen Telekom. Seit Jahren gibt es im Deutschen Aktienindex (Dax) keinen Chart, der schlechter aussieht und eine miesere Performance aufweist als der des ehemaligen Monopolisten.

BAD HOMBURG. Keine Aktie hat es in Deutschland jemals geschafft, in kürzerer Zeit mehr Volksvermögen zu schaffen und anschließend zu vernichten als die der Deutschen Telekom. Keine deutsche Volksaktie ist und war jemals in mehr deutschen Depots vertreten. Über kaum eine Aktie wurde mehr geschrieben, kommentiert, analysiert und Stimmung gemacht.

Schaut man sich den Kursverlauf der Deutschen Telekom an, kann man die Reihe der Superlative noch um einen weiteren ergänzen: Seit Jahren gibt es im Deutschen Aktienindex (Dax) keinen Chart, der schlechter aussieht und eine miesere Performance aufweist als der des ehemaligen Monopolisten. Der komplette Anstieg des Dax seit Anfang 2004 - selbst auf dem aktuellen Niveau ist das noch ein Plus von 30 Prozent - ist an der T-Aktie spurlos vorübergegangen. Diese fiel seither von einem Ausgangsniveau über 14 Euro sogar deutlich zurück. Dieses Maß an relativer Schwäche ist und bleibt über alle Maßen besorgniserregend.

Darüber hinaus befindet sich der Kurs der Deutschen Telekom in einem auf das perfekteste etablierten Abwärtstrend, der mittlerweile seit mehr als einem Jahr anhält und bislang nicht den geringsten Hinweis darauf liefert, dass er sich in Kürze umkehren könnte. Die nicht unwesentliche Unterstützung um 13 Euro ist nach dem jüngsten Absturz aus dem Blick geraten. Am Freitag fiel die T-Aktie bereits unter die nächste Unterstützung bei elf Euro und enttäuschte damit auch die vorsichtigen Hoffnungen, dass dem Ausverkauf vom Donnerstag eine kleine Erholung folgen werde.

Vor diesem Hintergrund fällt wie auch immer gearteter Optimismus schwer. Wir erwarten deshalb auf absehbare Zeit keine Trendwende, sondern die Fortsetzung des Abwärtstrends. Allenfalls eine kurzfristige Erholung auf zwölf, maximal 13 Euro ist möglich. Mittelfristig werden wir uns aber wahrscheinlich mit einstelligen Notierungen anfreunden müssen.

Als mögliche Kursziele bieten sich die letzten ableitbaren Unterstützungen im Bereich der historischen Tiefstkurse zwischen 9,20 und 8,70 Euro an. Ohne ein kleines Wunder wird der Leidensweg der Telekomaktionäre weiter gehen.

Wieland Staud ist technischer Analyst und Geschäftsführer der Staud Research GmbH.

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