Frühjahrskonferenz
Charttechniker geben Entwarnung

Technische Analysten sind sich einig: Die Kurse an den Aktienmärkten dürften nach den Turbulenzen Ende Februar/Anfang März schon bald wieder steigen. Uneins sind sich die Experten über die Antwort auf eine Frage: Gibt es eine schnelle Umkehr oder eine längere Konsolidierung?

HB BAD SODEN. Die Kurse an den Aktienmärkten dürften schon bald wieder steigen, so der Tenor der Prognosen auf der Frühjahrskonferenz der Vereinigung Technischer Analysten in Deutschland (VTAD) am Samstag in Bad Soden.

Der Dow Jones Index habe gerade erst mit hoher Dynamik den Ausbruch auf neue Allzeit-Hochs geschafft, das spreche gegen ein Ende des Aufschwungs, so Dietrich Denkhaus, Fondsmanager bei der Alte Leipziger Versicherung. Karin Roller von der Börse Stuttgart sagte, dem Dax fehle aus Elliott-Wave-Sicht noch mindestens ein abschließender Aufwärtsimpuls mit neuen Jahreshochs. Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest geht von einer schnellen Umkehr nach oben aus und meint, der jüngste Ausverkauf habe alle Zeichen von Panik in sich getragen und sollte deshalb bereits vorüber sein.

Das zeigten die klassischen Sentiment-Indikatoren, so Rethfeld. Put-Call-Ratios, Zuwachsraten der Volatilitäten und Leerverkäufe hätten an der Wall Street Ende Februar/Anfang März Extremniveaus erreicht, einige Indikatoren hätten sogar die Stände aus dem Crash vom Oktober 1987 übertroffen. Zugleich habe das Volumen am 27. Februar zu über 99 Prozent auf der Abwärtsseite gelegen. Generell seien Tage mit Volumina von über 90 Prozent auf einer Seite sehr selten und Signaltage. Am vergangenen Dienstag habe das Aufwärtsvolumen bei knapp 94 Prozent gelegen, damit seien die Börsenampeln auf "Grün" gesprungen.

Während Rethfeld damit der klassischen C-Wellen-Theorie mit der Korrektur-Struktur aus zwei Abwärtswellen und einer Zwischenerholung eine Absage erteilt, wollen Denkhaus und Roller einen abschließenden Abwärtsimpuls nicht ausschließen. Der Dax könnte noch ein bis zwei Wochen konsolidieren, so Denkhaus. Dabei müsse der Bereich um 6 250 Punkte halten, damit sich das optimistische Szenario einer Frühjahrs- und Sommerrally entfalten könne. Der Dow habe noch 200 bis 300 Punkte Abwärtspotenzial. Die nächste Hausse-Welle sollte den Dow dann bis zum Sommer Richtung 14 000 bis 14 500 Punkte nach oben treiben, so der technische Analyst. Der Dax könnte dann die 8 000er Marke testen, vielleicht sogar neue Höchststände erreichen. Den Nikkei erwartet er bei 24 000 Punkten.

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