Hoher Ölpreis könnte kurzfristig für Rückschläge sorgen
Beim Dax geben die Bullen weiter den Ton an

Nachdem sich bereits in der vergangenen Woche bei den international wichtigen Aktienindizes ein Impulswechsel andeutete, schaffte es der Deutsche Aktienindex Dax in den vergangenen vier Handelstagen, den Aufwärtstrend fortzusetzen und ein neues Mehrjahreshoch zu markieren - ungeachtet der politisch unklaren Situation in Deutschland.

HAMBURG. Interessant ist hierbei, dass es dem Dax zur Wochenmitte gelang, das Hoch vom 12. September zu überspringen und diesen Sprung mit einem neuen Jahreshoch im Schlusskurs auch tatsächlich zu bestätigen. Dennoch brachte sich der deutsche Markt damit in eine technisch kritische Marktsituation: unmittelbar am laufenden Widerstand und der oberen Begrenzung der bereits mehrfach nach oben hin gedehnten Konsolidierungszone. Naturgemäß treten an diesen "Stellen" Reaktionsrisiken besonders auffällig zu Tage. Bereits die zwei letzten Handelstage zeigten, dass es keinen einfachen "Durchmarsch" gibt, auch wenn das strategische Gesamtbild im Wochenchart des Dax und aller übrigen Europaindizes noch immer positiv zu interpretieren ist.

Bis in den frühen Nachmittag des Donnerstag hinein, konnte man noch unterstellen, dass eine beginnende Reaktion am Widerstand ein ernst zunehmendes Szenario ist. Der Impulswechsel, der am späten Nachmittag in den USA einsetzte, spiegelt sich im Dax kaum wider, der Effekt schlug erst im FDax voll durch.

In der Konsequenz ist eine Entscheidung, ob der Markt tatsächlich einen erneuten Bruch des Widerstandes versucht oder in eine Reaktion übergeht, noch nicht getroffen. Positiv zu werten wäre ein Schlusskurs oberhalb des Tageshochs vom 12. September.

Strategisch ist der Aufwärtstrend im Wochenchart jedoch absolut intakt. Dieser Trendverlauf wird aktuell in jeder Hinsicht bestätigt, sowohl chart-, wie markttechnisch. Lediglich die Bewegungsdynamik lässt leicht nach. Wichtig ist auch, dass sich der Dax in einem Bereich bewegt, innerhalb dessen sich keine Widerstände mehr herleiten lassen.

Auf Tagesbasis liegt dagegen unser Augenmerk derzeit auf dem aktuellen Widerstandsbereich, da sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit zeigen wird, ob wir für die nächsten Tage mit einer Konsolidierung oder einer Fortsetzung des Aufwärtstrends rechnen können. Somit ist im kurzfristigen Bereich das Reaktionsrisiko noch nicht vom Tisch.

In der praktischen Konsequenz sollten taktisch ausgerichtete Long-Positionierungen auf aktuellem Niveau wieder engmaschig angepasst werden, im strategischen Zeitfenster bleiben wir derzeit (trotz eines kritischen fundamentalen Umfeldes) weiterhin bullish.

Der Autor ist Geschäftsführer der Wertpapierhandelsbank Wagner & Lang GmbH, Hamburg.

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