Impulse fehlen
Charttechniker sind vorsichtig optimistisch

Technische Analysten sehen den Dax in einer derzeitigen Konsolidierung. Nach Ansicht von Achim Matzker von der Commerzbank hätten sich die Chancen auf einen Ausbruch nach oben deutlich verbessert.

HB FRANKFURT.) Marcus Metz von Staud Research meint in der wöchentlichen Umfrage von Dow Jones Newswires zur technischen Verfassung des deutschen Aktienmarkts ebenfalls, die Chancen auf ein Ende der Konsolidierung stünden gut. Nur Volker Bien von der Hypo-Vereinsbank bleibt skeptisch und rechnet nicht mit einem nachhaltigen Ausbruch auf neue Dax- Höchststände.

Von den Vorlagen kämen zur Zeit keine richtungsweisende Impulse, so Bien. Der S&P-500 habe dem positiven "bullish engulfing" vom Freitag am Montag einen negativen "Shooting-Star" hinterher geschickt, das lasse keinen Anlauf an die Widerstandszone bei 1.310 Punkten erwarten, so Bien. Der Nikkei sei zwar erneut deutlich über die 16.000er Marke gestiegen, er habe am Dienstag aber ebenfalls ein ein negatives Reversal ausgebildet. Sollten der Dax oder der Euro-Stoxx-50 auf neue Hochs laufen, seien negative Divergenzen bei den Oszillatoren wahrscheinlich. Ein mögliches Kaufsignal in den Leitindizes könnte sich so schnell als Fehlsignal entpuppen.

Kurzfristig sei die Erholung allerdings noch intakt, so Bien. Interessant sei der Rentenmarkt. Hier seien die Marktteilnehmer "short" wie schon lange nicht mehr. Die "bearishe" Stimmung in Verbindung mit der stark überverkauften Situation könnte kurzfristig für eine Erholung am Rentenmarkt sorgen. Wie der Aktienmarkt darauf reagiere, sei zwar eher ungewiss. Empfehlenswert sei aber ein Positionsaufbau im Telekommunikationsbereich, nachdem der Stoxx Telecom den Abwärtstrend gebrochen habe. Deutsche Telekom könnten über 14,10 auf 14,65 Euro steigen. Dagegen könnten Deutsche Börse zu einer Short-Gelegenheit werden, wenn sie am Dienstag eine negative Umkehrformation ausbilden sollten, meint Bien.

Bei Staud Research heißt es, der Wochenstart am Montag "hätte kaum besser laufen können". Der jüngste Anstieg habe nun eine fünfteilige Struktur und damit laut Elliott-Wave-Theorie Impuls-Charakter. Nun sei der Dax zwar in eine abc- Korrektur eingemündet. Diese sei aber "untergeordneter Natur", so Metz. Sie könnte sich noch im Tagesverlauf nach oben auflösen. Ein anschließend weiter führender Aufwärts-Impuls mit neuen Highs sei dann sehr wahrscheinlich. Bei den Tagesindikatoren seien die frischen Kaufsignale nun gefestigt, und der Aufschwung habe weiter an Breite gewonnen.

Damit sei die Chance groß, dass der Dax die befürchtete ausgedehntere Pause umgehe, schon bald mit neuen Jahreshöchstständen über 5 916 Highs aufwarte und dann Richtung 6 200 Punkte steige. Kurzfristig negativ wäre allerdings ein erneuter Fall unter 5 800 Punkte, den Staud Research nicht erwarte. Bei den Einzelwerten könnten BMW mit kurzfristigem Potenzial bis 44 Euro und mittelfristigem Potenzial bis 48 Euro ins Auge gefasst werden, so Metz. Auch Linde sollten ihren Aufwärtstrend mit neuen Hochs fortsetzen, ein mögliches Kursziel liege bei 81 Euro.

Matzke verweist auf die neuen Höchststände im FTSE-100, die für ein baldiges Ende auch der Konsolidierung im Dax sprächen. Dass Dax und Euro-Stoxx-50 noch nicht aus der Konsolidierung herausgekommen seien, liege vermutlich am Zinsumfeld, so habe sich die technische Verfassung der Banken aus dem Euro-Raum und der ebenfalls zinsreagiblen Versorger zuletzt eingetrübt. Basic Resources steckten weiterhin in der Korrektur fest. Dass die Konsolidierung trotzdem möglicherweise vor dem Ende stehe, liege an technischen Verbesserungen anderer Bereiche, mit denen die Verschlechterungen der Versorger und Banken aufgefangen und mehr als wettgemacht würden, so der Mitarbeiter der Commerzbank.

Verbessert habe sich der Tech-Bereich, insbesondere durch Nokia und Alcatel, aber auch der Telecom-Bereich mit Telefonica, Vodafone und Deutsche Telekom, in dem die Bodenbildung voranschreite. Verbessert hätten sich auch der Retail- Bereich mit Tesco, Carrefour und Metro sowie der Pharma-Bereich mit Glaxo und Novartis. Größere Abwärtsschübe im Dax oder im Euro-Stoxx-50 seien in diesem Umfeld eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei, dass der Dax dem FTSE folge und über 5.920 die Widerstandszone zwischen 6 100 und 6 230 Punkten anlaufe. Auch im MDax und im TecDax sei keine Trendumkehr in Sicht. Bei den Einzeltiteln hält Matzke im MDax Beiersdorf, MTU und Stada für aussichtsreich, im Dax verweist er neben BMW auf Daimler und Allianz.

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