Indikatoren signalisieren keine Besserung
Charttechnik spricht gegen US-Aktien

Der US-Aktienmarkt kommt dieses Jahr nicht richtig in Schwung. So notiert der S&P 500 derzeit ungefähr auf dem Niveau des Jahresanfangs und momentan ist noch keine Besserung in den letzten Monaten des Jahres zu erwarten.

HB DÜSSELDORF. Ein Indiz dafür, dass der US-Aktienmarkt derzeit nicht en vogue ist, liefert ein internationaler Vergleich. Konnten fast alle europäischen und asiatischen Leitindizes im September dieses Jahres noch neue Hochstände verzeichnen, blieb dies dem S&P 500 versagt. So endete der letzte Aufwärtsimpuls knapp unterhalb des Anfang August verzeichneten Hochs bei 1 246 Punkten. Ausgehend von diesem Niveau kam es zu einem scharfen Verfall, in dessen Rahmen sich der S&P 500 in großen Schritten einer wichtigen Unterstützungszone bei rund 1 200 Punkten annähert. Neben der 200-Tages-Glättungslinie liegt hier das Tief vom 30. August. Sollte dieses nachhaltig unterschritten werden, wäre eine Doppeltopformation komplettiert, aus welcher sich weiteres "Abwärtspotenzial" bis in den Bereich von rund 1 160 Punkten ableiten ließe.

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Auf dem Weg in diese Region wartet mit dem seit August des letzten Jahres existierenden Aufwärtstrend, der derzeit bei 1 186 Punkten verläuft, eine weitere aus charttechnischer Betrachtungsweise relevante Marke. Ein Abgleiten unter diese Unterstützung würde zu einer deutlichen Eintrübung des Ausblicks für den Aktienindex führen. In diesem Fall wären die Kriterien für einen Haussetrend allesamt nicht mehr erfüllt.

Der Anstieg auf ein neues zyklisches Hoch blieb bisher aus, und sowohl der 200-Tagesdurchschnitt als auch der lineare Aufwärtstrend wären unterschritten. Ein weiterer Verfall könnte danach möglicherweise durch Unterstützungszonen bei 1 164/63 Punkten oder 1 151/46 Punkten aufgehalten werden, die aus ehemaligen Hoch- und Tiefpunkten resultieren.

Auch von Seiten der technischen Indikatoren lassen sich keine Anzeichen dafür ausmachen, dass der Aktienindex S&P 500 seinen Aufwärtstrend demnächst wieder aufnehmen wird. So notiert der Stochastik-Indikator, der auf Übertreibungen in Kursverläufen hinweist, derzeit im neutralen Terrain. Auf Wochenbasis berechnet hat dieser Indikator gerade erst ein neues Ausstiegssignal erzeugt.

Vor dem beschriebenen Hintergrund scheint der US-Aktienmarkt aus charttechnischer Perspektive zurzeit uninteressant. Erst ein nachhaltiger Anstieg über die oben bereits angeführte Marke von 1 246 Punkten würde dazu führen, dass sich der Ausblick wieder nachhaltig aufhellt.

Der Autor ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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