Marktumfrage
Dax: Charttechniker warten auf klare Impulse

Auch die Charttechnik gibt derzeit keine klaren Anhaltspunkte dafür, in welche Richtung sich der Dax weiterentwickeln wird. Einer der befragten Experten sieht eine mögliche Teilerholung bis in den Bereich von 7 600 Punkten als Verkaufsgelegenheit. Ein anderer schließt im Extremfall einen Kurssturz des Dax bis weit unter die 7 000er-Marke nicht aus - nennt aber auch einen Indexstand, dessen Erreichen ein "Geschenk" für Neueinsteiger darstellen würde.

HB FRANKFURT. Während ein Analyst eher ein kurzfristiges Erholungsszenario bevorzugt, setzen die anderen auf eine anhaltende Beruhigung des Marktes in einer Seitwärtsspanne. So setzt Jörg Scherer von HSBC Trinkaus & Burckhardt auf das Erholungsszenario, betont aber, dass das längerfristige und das kurzfristige Bild für den Dax klar unterschieden werden müssen. Langfristig tendiert der Analyst eher zur Vorsicht, kurzfristig sieht er jedoch Chancen auf eine technische Erholung.

Grund sei, dass mit dem "Freudensprung" infolge der Fed-Zinssenkung am Freitag auch der kurzfristige Abwärtstrend geknackt worden sei. Er habe bei den Allzeithochs im Dax Mitte Juli begonnen und liege bei aktuell 7 359 Punkten. Mit dem kurzen Pullback des Marktes am Dienstag sei der Ausbruch sogar bestätigt worden, was die Gesamtlage aufhelle. Zudem zeige auch der Stochastics-Indikator positive Divergenzen und RSI und MACD arbeiteten an Kaufsignalen.

Allerdings sieht der Analyst die erwartete Teilerholung bis in den Bereich von 7 600/33 Punkten denn eher als Verkaufsgelegenheit. "Das wäre eine gute Gelegenheit, um Bestände abzubauen", sagt Scherer. Noch überwiege das Risiko auf der Unterseite. Bei der 200-Tage-Line bei 7 125 und dem Februar-Hoch von 7 040 Punkten sei der Dax dann gut unterstützt.

Daneben tue sich der Dax weiter mit Relativer Stärke hervor. Der deutsche Index liege auf Jahresbasis noch rund 10 Prozent im Plus, während andere Indizes bereits ins Minus gerutscht seien. So der Stoxx-50-Index, der sogar seinen langfristigen Aufwärtstrend vom August 2004 und eine wichtige, horizontale Unterstützung gebrochen habe. Hätte der Dax die gleiche Schwäche wie der Stoxx- 50 aufgewiesen, würde er nun einen korrespondierenden Stand von 6 602 Punkten aufweisen.

Eher auf eine richtungslose Seitwärtsspanne setzt Thomas Nagel von Equinet, sieht aber ebenfalls das Risiko eines Überschießens nach unten. Wichtig sei vor allem ein Blick auf die aktuellen Fakten, sagt Nagel. Die Bewegung von den März- Tiefs bis zum Allzeit-Hoch sei nun genau zu 50 Prozent korrigiert worden. Nun bewege sich der Markt lediglich zwischen seiner 90-Tage-Linie bei rund 7 670 und der 200-Tage-Linie bei 7 125 Punkten.

Solange nicht eine der beiden nachhaltig überwunden werde, gebe es keine neuen Impulse. "Dazwischen ist alles Geplänkel", sagt Nagel. Aufgrund des schlechten Sentiments sei ein kurzer Ausschüttler unter die 200-Tage-Linie zwar möglich, bewertungstechnisch aber Unfug.

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