MDax steht nach zweijähriger Hausse vor Korrektur
Die Luft für deutsche Nebenwerte wird dünner

Deutsche Nebenwerte erfreuen sich seit fast zwei Jahren großer Beliebtheit. In diesem Zeitraum hat der MDax die großen Aktienindizes wie beispielsweise Dax, DJ Stoxx oder Dow Jones deutlich abgehängt und sich im Wert mehr als verdoppelt. Charttechnisch wird die Luft für die deutschen Nebenwerte nun aber zunehmend dünner.

DÜSSELDORF. Mitte Oktober 2004 wurde die ausgehend vom Zwischentief Mitte März 2003 gültige Aufwärtstrendlinie signifikant nach unten verlassen. Vielfach wurde dieser Trendbruch als Ende der Nebenwerte-Hausse interpretiert. Der MDax erholte sich jedoch relativ schnell und kletterte bis Mitte Februar dieses Jahres parallel mit der linear steigenden gebrochenen Aufwärtstrendlinie nach oben. Im Anschluss folgte eine "gesunde" technische Korrektur bis Ende April 2005. Dieses Zwischentief wurde mit dem Tiefstand aus dem Jahre 2003 zu einer neuen Aufwärtstrendlinie verbunden.

Seit Ende April geht es für die deutschen Nebenwerte wieder rasant nach oben. Dabei entwickelte sich ein weiterer, kurzfristige Aufwärtstrend eingezeichnet. Diese Trendlinie ist recht steil. Eine solche Steigung ist auf Dauer aber nicht lange durchzuhalten. Bei einem möglichen Bruch der Aufwärtstrendlinie dürfte es relativ schnell und deutlich nach unten gehen. Da der MDax seit Ende April ohne großartige Korrekturen schnell aufwärts tendiert, konnten bislang keine Unterstützungen gebildet werden, die einen möglichen Kursrückgang aufhalten würden. Bei einem Bruch des steilen kurzfristigen Aufwärtstrends könnte es daher bis zu der unteren Trendlinie gehen, die derzeit bei rund 6 000 Punkten verläuft. Dies entspräche einem Abwärtspotenzial von mehr als zehn Prozent.

Nach oben wird das Kurspotenzial durch die linear steigende gebrochene Aufwärtstrendlinie bei momentan 7 050 Punkten begrenzt. Bis zu dieser Marke sind es lediglich fünf Prozent.

Unter dem Strich ist die charttechnische Verfassung des MDAX noch positiv. Aber eine Konsolidierungsphase steht unmittelbar bevor. Solange das Niveau bei momentan 6 000 Punkten nicht nachhaltig unterschritten wird, dürfte es sich nur um eine technische Korrektur innerhalb des intakten Aufwärtstrends handeln. Mittelfristig könnten dNebenwerte dann wieder Luft holen und gen Norden marschieren.

Christian Henke ist technischer Analyst bei der WestLB und Mitglied im Berufsverband der technischen Analyse Deutschlands.

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