Positive Überraschungen möglich
Charttechnik: Dax steht am Scheideweg

Der Abwärtstrend des Dax in diesem Jahr dominiert noch - doch trotz des zwischenzeitlichen Tiefs von 5 999 Punkten am 20. Juli verteidigt der deutsche Leitindex seine wesentlichen Unterstützungen. Diese liegen nach wie vor zwischen 6 224 und 6 162 Indexpunkten, wo ehemalige Widerstände aus 2006 und aus 1998 vorliegen, die mittlerweile als starke Haltemarken wirken.

HAMBURG. Im bisherigen Jahresverlauf haben diese ihrem Unterstützungscharakter jedenfalls alle Ehre machen können. Bei aller immer noch vorherrschenden Sorge über eine unverkennbare obere Umkehrformation (Topbildung) und einen Aufwärtstrend seit dem Baissetief des Jahres 2003, der einzig und allein noch in seiner allerflachsten Art als intakt bezeichnet werden könnte, fehlen damit zumindest bisher die charttechnischen Anzeichen für eine Fortsetzung der seit Jahresbeginn laufenden Marktkorrektur.

Der Übergang in eine regelrechte neue Baissebewegung des Aktienmarktes ist damit immer noch nicht vollzogen und ein sehr spannendes zweites Halbjahr dürfte bevorstehen, in dem der Dax inmitten einer normalerweise positiven Saisonalität in US-Wahljahren dann noch positiv überraschen könnte.

Noch immer aber dominiert der klar intakte Abwärtstrend seit Jahresbeginn das Bild. Im Gegensatz zum Aufwärtstrend seit 2003 braucht hier charttechnisch nichts adjustiert, flacher eingezeichnet oder beschönigt werden: Der Abwärtstrend ist in seiner ursprünglichen Art und Steilheit völlig unversehrt und intakt, ein Ausbruchsversuch fehlt bisher völlig. Ein solcher würde erst über 6 620 bis 6 630 Punkten zustandekommen, wo auch verschiedene horizontale Widerstände im Chart vorliegen und die Bedeutung des Abwärtstrends noch verstärken.

Der Anleger hat also noch allen Grund abzuwarten. Früher oder später wird sich der Dax für eine Richtung entscheiden: Nachhaltig unter 6 162 und bestätigt unter dem Jahrestief von 5 999 Punkten würde sich das Chartbild sogar derart eintrüben, dass von einem langfristigen Trendwechsel auszugehen wäre. Die Chance einer echten Bodenbildung ist aber sehr wohl weiterhin gegeben. Hierzu sollte der Dax erneut und weiterhin die genannten Unterstützungen verteidigen und über 6 630 Punkte hinaus ansteigen.

Letztlich ist der langfristige Investor in hochvolatilen und durchaus auch hochgradig kritischen Börsenphasen wie im bisherigen Jahresverlauf auch immer wieder mit einem Blick auf die 200-Tage-Durchschnittslinie gut beraten. Diese hatte ja im Frühjahr nach ihrem Durchbruch klar warnend nach unten gedreht. Erst ihr Überwinden mit Kursen über (derzeit) 6 896 Punkten würde den Patienten Dax wohl endgültig genesen lassen, zumal dann auch der Abwärtstrend seit Jahresbeginn nachhaltig gebrochen wäre. Gleiches gälte dann auch für die bei 6 620/30 Punkten anzutreffenden Widerstände.

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