Preisprognose
Charttechniker erwarten Fortsetzung der Öl-Hausse

Wenn der Ölpreis auch noch die Marke von 111 Dollar durchbricht, besteht nach Meinung der Analytiker noch größeres Potenzial nach oben. Nach unten bewährt sich die ehemalige 100-Dollar-Marke als ausgeprägte Unterstützung.

DÜSSELDORF. Die Subprime-Krise in den USA, aufkommende Rezessionsängste sowie eine wieder erstarkte europäische Gemeinschaftswährung haben an den internationalen Finanzmärkten in den zurückliegenden Monaten ihre Spuren hinterlassen. Mitverantwortlich für die jüngste Talfahrt war auch der Ölpreis, der zuletzt deutlich an Wert gewonnen hat.

Aus charttechnischer Sicht ist dies keine allzu große Überraschung. Seit Ende 1998 befindet sich Öl in einem bis dato gültigen langfristigen Aufwärtstrendkanal. Innerhalb dieser Begrenzung wurde Ende Februar mit dem nachhaltigen Sprung über die psychologisch wichtige Marke bei 100 Dollar je Barrel der Sorte Brent ein neues Kaufsignal generiert. Es folgte ein recht rasanter Preisanstieg, der am 14. März mit 109,20 Dollar auf Schlusskursbasis vorerst seinen Höhepunkt fand.

Es hätte durchaus noch in höhere Preisregionen gehen können, wäre da nicht die ebenfalls aus dem Jahr 1998 stammende innere gebrochene Aufwärtstrendlinie gewesen. Diese stellte sich dem Rohölpreis als Widerstand in den Weg. Viele Marktteilnehmer nutzten die anschließende Konsolidierung, um Gewinne mitzunehmen. Allerdings hat sich die ehemalige 100-Dollar-Marke bislang als solide Unterstützung herausgestellt. Von diesem Niveau konnte sich der Ölpreis zuletzt nach oben entfernen und steuert nun erneut die innere Aufwärtstrendlinie an, die aktuell bei 111 Dollar verläuft.

Könnte dieser Widerstand signifikant durchbrochen werden, besteht immenses Preispotenzial. Als Kursziel dient dann die obere Rückkehrlinie des langfristigen Trendkanals bei derzeit 154,50 Dollar je Barrel. Scheitert der unter den Anlegern beliebte Rohstoff, sind nach unten einige Unterstützungen auszumachen. Zuerst fungiert die runde Zahl bei 100 Dollar als Rückzugsgebiet für die Bullen. Knapp darunter, bei momentan 96,20 Dollar verläuft der seit Januar 2007 gültige Aufwärtstrend. Schützenhilfe bekommen die Ölpreisnotierungen zusätzlich von der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie bei derzeit 87,40 Dollar. Gerade die erwähnte Glättungslinie spricht mittelfristig für eine Fortsetzung der Öl-Hausse.

Der Autor ist technischer Analyst bei der WestLB und Mitglied im Berufsverband Technische Analyse.

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