Preisverfall könnte bald enden: Technische Unterstützung hält Ölpreis hoch

Preisverfall könnte bald enden
Technische Unterstützung hält Ölpreis hoch

Der Ölpreis ist in den letzten Wochen mehr denn je zum Spielball politischer Interessen geworden. Ein Blick auf den Chart des Spotmarktes der Sorte Brent zeigt den wechselvollen Verlauf und die Preisdynamik über die vergangenen sechs Monate.

WIESBADEN. So notierte das schwarze Gold Mitte August 2005 auf einem Hoch von 68 Dollar pro Barrel, um dann bis November vergangenen Jahres in den Bereich um 52 Dollar zu stürzen. Im Chart gut zu erkennen ist die Bodenbildung zwischen 54 und 52 Dollar, die sich bis Anfang Dezember 2005 hinzog.

Erst im Dezember 2005 sorgte ein wieder einsetzender Preisdruck für einen Aufwärtsimpuls, der die Ölnotierung über die 54-Dollar-Marke katapultierte und erst bei etwa 60 Dollar ein vorläufiges Ende fand.

Unter der für einen Rohstoff typischen Volatilität verteuerte sich Rohöl weiter und markierte Ende Januar 2006 im Bereich von 66 Dollar dann ein Niveau, welches die Notierung seit September 2005 nicht mehr gesehen hatte.

Wichtig ist dabei, dass der entscheidende Ausbruch über die Hochs vom August 2005 eben nicht erfolgte - und dies trotz anhaltender Atom-Krise mit dem Iran.

Entscheidend aus charttechnischer Sicht ist dabei, dass jetzt der Bereich zwischen etwa 66,60 Dollar und 68 Dollar eine extrem massive Widerstandszone darstellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese noch einmal getestet wird, ist dabei zwar durchaus gegeben, aber nur wenn die Marktteilnehmer den Ölpreis neu bewerten, wird es letztlich zu einem Durchbruch der 68-Dollar-Marke kommen. In diesem Fall wird der Ölpreis dann mit hoher Dynamik steil ansteigen. Aus charttechnischer Sicht lassen sich dann auch keine Widerstandsbereiche mehr definieren.

Zurzeit jedoch setzt der Markt auf Entspannung, und so ist die Brent-Notierung in den letzten zwei Wochen wieder in den Bereich um 60 Dollar gefallen.

Der Kurs pendelt nun zwischen 61 Dollar und 60 Dollar in einer Unterstützungszone, die der Ölpreis noch nicht nach unten durchbrechen konnte. Hier wäre aus charttechnischer Sicht ein potentieller Umkehrpunkt des aktuellen Abwärtsimpulses erreicht.

Gregor Bauer arbeitet als selbständiger Portfolio Manager und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Technischen Analysten Deutschlands.

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