Profi-Anlageempfehlung
Dämpfer für Obama – Schub für die Anleger

Anfang November wird in Amerika gewählt. Nach einem eventuellen Wahlverlust würde Präsident Obama Reformen auf eigene Faust nicht mehr durchsetzen können. Das könnte wiederum Unternehmen motivieren, auf Wachstum zu setzen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Profitieren könnten auch professionell gemanagte Aktienfonds.
  • 1

HB. Ronald Reagan hat ihn 1982 bekommen, Bill Clinton 1994 und zuletzt George Bush im Jahr 2006: den Denkzettel, den amerikanische Wähler ihrem Präsidenten bei den Midterm-Wahlen gerne verpassen. Abgestimmt wird zwar nicht über den Mann im Weißen Haus, sondern über zahlreiche US-Senatoren, Abgeordnete und Gouverneure. Dennoch nutzen die Amerikaner die Wahlen in der Mitte einer Präsidentschaftsperiode gerne, um ihrer Unzufriedenheit mit der Politik Luft zu machen: In 84 Prozent aller Midterm-Wahlen seit 1934 hat die Partei des amtierenden Präsidenten Sitze im Repräsentantenhaus verloren.

Das wird am 2. November vermutlich auch Barack Obama zu spüren bekommen. Der im Ausland populäre Präsident hat bei der eigenen Bevölkerung deutlich an Rückhalt verloren. Seine teuren Konjunkturpakete haben zwar geholfen, das Land aus der Rezession zu führen, die Erwerbslosenquote aber nicht spürbar gesenkt. Eine klare wirtschaftspolitische Linie ist kaum zu erkennen. Nur noch eine Minderheit unterstützt seine Wirtschaftspolitik - schlechte Vorzeichen für die Demokraten.

Ein Dämpfer für Obama könnte Anlegern dagegen neuen Schub bescheren. Das zeigt die historische Erfahrung: Seit 1934 hat der US-Aktienmarkt, gemessen am Index S&P 500, in den sechs Monaten nach einer Midterm-Wahl im Schnitt um 13 Prozent zugelegt. In den auf die Wahl folgenden zwölf Monaten waren es sogar 17 Prozent. Dieser Trend ist erstaunlich konstant, und viel spricht dafür, dass auch 2010 diesem Muster folgen könnte.

Nach einem Wahlverlust wird der Präsident kostspielige Reformen auf eigene Faust nicht mehr durchsetzen können. Weitreichende Gesetzesinitiativen nach Art der Gesundheits- und Finanzreform sind nicht mehr zu erwarten. Wenn politische und regulatorische Unsicherheiten abgebaut werden, sollte dies mehr Unternehmen dazu motivieren, auf Wachstum zu setzen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Amerikanische Unternehmen verfügen über hohe Kassenbestände, aufgefüllt durch die gute Geschäftstätigkeit in dem gerade begonnenen Wirtschaftszyklus und gleichzeitig nicht getätigte Ersatzinvestitionen seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise. Werden diese längst überfälligen Investitionen getätigt, könnten besonders Titel aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Technologiesektor zu den Gewinnern zählen.

Profitieren können auch professionell gemanagte Aktienfonds wie der Goldman Sachs US Equity Portfolio, der in rund 70 bis 100 amerikanische Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung ("Large Caps") investiert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von Substanz- und Wachstumswerten angestrebt. Ebenfalls auf Large Caps setzt der JPM US Select 130/30: Hier kann das Fondsmanagement zu 130 Prozent am US-Aktienmarkt investiert sein und zugleich 30 Prozent als unattraktiv eingeschätzte Titel leer verkaufen. Damit können bei geschickter Umsetzung des Fondskonzepts höhere Ertragschancen wahrgenommen werden. Anders als der Chef im Weißen Haus können Aktienanleger - sollte sich das aufgezeigte langjährige Muster fortsetzen und die positiv aufgezeigten Rahmendaten eintreten - den Midterms optimistisch entgegensehen.

Ulrich Stephan ist Global Chief Investment Officer Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank. Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Es ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Dämpfer für Obama – Schub für die Anleger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Guten Tag,.... Die Meinung des guten Mannes in Ehren. Aber " Global Chief investment Officer Privat und Geschaeftskunden ". Welcher idiot vergibt solche Karnevalsorden und ? Aber noch Schlimmer ist es, sich sie anzuheften. besten Dank

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%