RDX-Index hat seinen mittelfristigen Abwärtstrend nach oben durchbrochen
Charttechnik spricht für russische Aktien

Der russische Aktienindex RDX (Russian Depositary Receipts Index) hat aus technischer Sicht beste Chancen, sein Rekordhoch von Mitte April 2004 bei 1 013 Punkten erneut anzugreifen.

FRANKFURT/M. Das in Euro berechnete Barometer für Russlands Börse zeichnet die Entwicklung in Deutschland gehandelter Hinterlegungsscheine auf russische Aktien nach. Der RDX verteidigte zu Jahresbeginn seinen seit Anfang 2001 intakten, langfristigen Aufwärtstrend und stieg. Zusätzlich gestützt vom Anstieg des Ölpreises wurde der mittelfristige Abwärtstrend nach oben überwunden.

Seit dem Tief Anfang Januar 2001 bei 289 Punkten bewegt sich der RDX im langfristigen Aufwärtstrend. Dieser übergeordnete, primäre Trend verläuft von 289 Punkten über die Korrekturtiefs im Februar 2003 und zum Jahreswechsel 2005 und liegt aktuell bei 696 Zählern. Er steigt mit drei Punkten pro Woche und ist als entscheidende Unterstützung zu sehen.

Positiv stimmt der jüngste Ausbruch über den mittelfristigen (sekundären) Abwärtstrend vom Rekordhoch im April 2004 bei 1 013 Punkten. Er fällt über die Spitzen im Oktober 2004 und März/April dieses Jahres mit drei Zählern pro Woche und liegt derzeit bei 722 Punkten. Mit dem Ende Mai eingeleiteten Anstieg des RDX wurde der Abwärtstrend gebrochen. Dieses Kaufsignal hat die kurzfristige Aufwärtsbewegung weiter gestärkt. Nun lauert jedoch ein erster Widerstand durch das Zwischenhoch im Oktober bei 890 Punkten. Wird dieser überwunden, kann der Rekord getestet werden. Sollte es dagegen zu einem Rückschlag kommen, kann der RDX bis auf die Unterstützung fallen. Ein solcher "Pullback" wäre aus technischer Sicht nicht negativ.

Eine Korrektur in die Unterstützungszone bei 720 bis 700 Punkten stellt aktuell das Abwärtsrisiko dar - sollten die Kurse so weit zurück fallen, können Anleger Positionen ausbauen. In diesem Bereich verläuft auch eine im Juli 2003 startende Trendlinie, die etwas flacher als der primäre Trend steigt, allerdings Ende 2004 zeitweise verletzt wurde. Sie kräftigt die Unterstützungszone. Hinzu kommt der einfache gleitende Durchschnitt der vergangenen 40 Wochen. Gleitende Durchschnitte zeigen den durchschnittlichen Schlusskurs über beliebige Perioden. Sie dienen als Signalgeber für Anlageentscheidungen sowie zur Verdeutlichung von Trends. Sollte dieser langfristige Durchschnitt nachhaltig unterschritten werden, wäre dies ein Verkaufssignal. Insgesamt sollten Anleger ihre Positionen unter 700 Punkten absichern. Aus heutiger Sicht haben russische Aktien aber technisch ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Der Autor ist technischer Analyst in Frankfurt am Main.

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