Renditen für Staatsanleihen
Starke Schwankungen am Rentenmarkt

Im Zuge der Finanzkrise richten sich die meisten Augen auf die taumelnden Aktienmärkte. Aber auch die Renditen für Staatsanleihen schwanken ungewöhnlich heftig und sind einen Blick wert. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen.

FRANKFURT. Die Umlaufrendite - welche die durchschnittliche Verzinsung der börsennotierten Bundeswertpapiere mit einer Restlaufzeit von mehr als vier Jahren zeigt - steht charttechnisch vor einer Entscheidung. Dreht das Rentenbarometer vom aktuellen Widerstand nach unten ab, könnten die Renditen nochmals deutlich fallen.

Schlüsselunterstützung für die Umlaufrendite, welche derzeit bei rund vier Prozent liegt, ist die Marke von 3,6 Prozent. Hier haben die Renditen für Bundesanleihen im Jahr 2006 und bisher zweimal im laufenden Jahr markante Tiefpunkte gezeigt. Diese Marke rückt bei einer neuerlichen Wende nach unten aus technischer Sicht ganz klar in den Fokus. Wird sie signifikant nach unten durchbrochen, können sich die Anleiheninvestoren auf einen weiteren Verfall der Renditen einstellen. Ein historisches Tief der Umlaufrendite wurde im Jahr 2005 bei 2,84 Prozent markiert und dieses Niveau könnte dann wieder angesteuert werden. Zunächst wäre aber eine erste Unterstützung für die Rendite bei 3,2 Prozent bis drei Prozent zu erwarten, was sich rechnerisch aus der Breite der Handelsspanne 3,6 bis vier Prozent ergibt.

In der jüngsten Vergangenheit stieg das Renditebarometer aber bisher von der 3,6-Prozent-Marke stets schnell wieder auf rund vier Prozent. Entsprechend müssen Anleger das Verhalten an diesen Punkten genau beobachten.

Auch in der Vorwoche sprang die Rendite wieder dynamisch von 3,6 auf vier Prozent, was von der zwischenzeitlichen Erholung der Aktienmärkte begünstigt wurde. Nun bleibt aus technischer Sicht abzuwarten, ob sich die Umlaufrendite über den Widerstand bei vier Prozent nach oben durchsetzen kann. Dann würden vom Chart schnell wieder die jüngsten Zwischenhochs bei rund 4,7 Prozent ins Spiel gebracht und diese dürften auch schnell erreicht werden. Im Gegenszenario, das aktuell die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, dreht die Rendite aber wieder nach unten ab. Hieraus dürfte dann ein weiterer Versuch resultieren, die Unterstützung der Umlaufrendite bei 3,6 Prozent zu knacken.

Charttechnisch entscheidend für die Umlaufrendite sind somit die Marken von vier Prozent nach oben und 3,6 Prozent nach unten. Gelingt ein Ausbruch über beziehungsweise unter einen dieser Widerstände, ist mit einer Anschlussbewegung in die Ausbruchsrichtung zu rechnen. Aktuell erscheint das Abwärtsszenario für die Rendite wahrscheinlicher.

Der Autor ist technischer Analyst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%