S&P-500-Index hat wichtige Unterstützung bei 1 160 Punkten gehalten
Charttechnik spricht für weitere Gewinne bei US-Aktien

Nachdem der US Aktienmarkt sich im März weitgehend von seiner schwachen Seite gezeigt hat, konnte sich der S&P-500 als Maß für den Gesamtmarkt zuletzt wieder etwas erholen. Für die aktuelle charttechnische Beurteilung ist vor allem das langfristige Chartbild des S &P von Bedeutung.

ZÜRICH. Im November vergangenen Jahres hat der Index mit dem Überwinden der Marke von 1 160 Punkten eine wichtige Widerstandsmarke nach oben durchbrochen. Zum einen handelt es sich dabei um das Jahreshoch von Anfang 2004. Von hier aus startete der Markt eine knapp acht Monate dauernde Korrektur. Wichtig ist die Marke von 1 160 Punkten auch aus Sicht der Proportionen. Diese spielen in der technischen Analyse eine sehr wichtige Rolle und werden vorzugsweise mit Hilfe der Fibonacci Zahlenreihe dargestellt.

Grundsätzlich geht man davon aus, dass jede größere Trendbewegung zu einem gewissen Prozentsatz wieder korrigiert wird, ehe die ursprüngliche Trendrichtung wieder aufgenommen wird. Die Marke von 1 160 entspricht exakt dem 50-Prozent-Korrekturmaß der Aktienbaisse von März 2000 bis Oktober 2002 und stellt aus technischer Sicht somit eine wichtige Widerstandslinie dar. Wird diese Linien überwunden, wandelt sich ihr Charakter in eine entsprechend starke Unterstützung um. Mit den Tiefständen von Ende März ist der Bereich um 1 160 Punkte, nach dem Tief von Ende Januar, nun bereits zum zweiten Mal getestet und erfolgreich verteidigt worden. Das unterstreicht die Gültigkeit dieser Unterstützung noch zusätzlich.

Erweitert man die Analyse um Aspekte der Marktpsychologie kann festgestellt werden, dass mit der Diskussion über steigende Zinsen, die Turbulenzen um General Motors, den Dollar sowie den hohen Ölpreisen der Pessimismus unter den Marktteilnehmern zuletzt markant zugenommen hat. Nach Umfragen der American Association of Individual Investors ist der Anteil der Bären auf über 50 Prozent gestiegen - das ist der höchste Stand seit dem Tief des Bärenmarktes im März 2003.

Extreme Stimmungsspitzen sind aus technischer Sicht in der Regel als Kontraindikation anzusehen, so dass wir für die nahe Zukunft des US Aktienmarktes durchaus positiv gestimmt sind. Solange die Marke von 1 160 Punkten nach unten nicht durchbrochen wird, dürfte sich der US-Markt in den kommenden Wochen gut entwickeln. Wir erwarten dass der S&P 500 zumindest sein bisheriges Jahreshoch von 1 230 Punkten testen wird.

Michael Riesner leitet die technische Analyse der UBS Investment Bank in Zürich.

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