Swiss Market Index
Charttechniker sehen Bodenbildung bei Schweizer Aktien

Der Swiss Market Index (SMI) ist einer der wenigen Aktienindizes in Europa, der sehr stark von einer Hand voll von Indexschwergewichten beeinflusst wird. Kein Wunder also, dass gerade der SMI außerordentlich unter der internationalen Finanzkrise gelitten hat. Für das zweite Halbjahr erwarten Charttechniker indes einen Anstieg.

ZÜRICH. Aktuell repräsentieren Nestle zusammen mit den Pharmagiganten Novartis und Roche rund 50 Prozent des gesamten SMI. Im zweiten großen Block, den Finanztiteln, hat die Kreditkrise ihre Spuren hinterlassen. Lag seine Indexgewichtung noch vor zehn Monaten bei 34 Prozent, beträgt sie jetzt noch 26 Prozent. Kein Wunder also, dass gerade der SMI sehr stark unter der internationalen Finanzkrise gelitten hat. Der Index hat in der Spitze rund 28 Prozent an Wert verloren. Dabei muss zwischen dem langfristigen und kurzfristigen Chartbild unterschieden werden. Langfristig hat der Index im letzten Jahr mit dem Vollenden einer großen Topbildungsphase ein sehr wichtiges Aktienmarkthoch markiert. Mit dem Fall unter 8 400 Punkte ist der SMI nach dem Jahr 2000 damit das zweite Mal daran gescheitert das große Allzeithoch aus dem Jahr 1998 nachhaltig zu durchbrechen.

Im kurzfristigen Bild beginnt sich dagegen die Lagezu entspannen. Der SMI befindet sich nun in einer klassischen Bodenbildungsphase. Unsere mittelfristig orientierten Trendindikatoren auf der Wochenbasis beginnen auf sehr tiefen Niveaus Kaufsignale zu generieren, so dass wir davon ausgehen dass der Markt mit dem 17. März ein aus zyklischer Sicht wichtiges mittelfristiges Tief markiert hat.

Die letzte Abwärtsbewegung von Ende Februar bis Mitte März mündete in einer wahren Ausverkaufspanik in Finanztiteln. In der Regel stellen solche Abverkäufe langfristige wichtige Tiefpunkte in Charts dar, so dass auch unter diesem Gesichtspunkt davon auszugehen ist, dass der SMI sich in den kommenden Wochen und Monaten wieder deutlich besser entwickeln sollte. Deswegen gehen wir für das zweite Halbjahr von einem sich wieder deutlich erholenden Schweizer Aktienmarktes aus. Wichtig ist, dass der SMI das Tief vom 17. März bei 6 769 Punkten nicht mehr unterschreitet. Ein Durchbrechen der ersten großen Widerstandsmarke bei 7 700 bis 7 800 wäre als ein nachhaltigeres Kaufsignal für den SMI anzusehen.

Der Autor leitet die Technische Analyse der UBS Investment Bank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%