Technik liefert Hinweise auf kurzfristige Rückschläge
Deutschen Aktien geht die Puste aus

Die Performance des deutschen Aktienmarktes während der vergangenen Wochen kann sich durchaus sehen lassen. Seit Ende April legte der Deutsche Aktienindex (Dax) von 4 158 Punkten auf 4 637 Punkte zu. Nachdem ein zweiter Anlauf des Index scheiterte, über den Bereich bei 4637 Punkten anzusteigen, mehren sich nun jedoch die Anzeichen für eine längere Konsolidierungsphase.

DÜSSELDORF. Der fehlgeschlagene Versuch, im aktuellen Zyklus ein neues Hoch zu erzielen, offenbart, dass die Aufwärtskräfte des Dax nachgelassen haben. Entsprechend würde aktuell Basis erst ein nachhaltiger Anstieg über 4 637 Punkte das Signal für eine weitere signifikante Befestigung generieren. In diesem Fall wäre durchaus ein Test der Parallele (aktuell bei 4 774 Punkten) zu dem seit August 2004 existierenden Aufwärtstrend möglich. Zuvor lässt sich ein größerer Widerstand noch bei 4 706 Punkten ausmachen.

Ein Blick auf die technischen Indikatoren lässt einen direkten Durchmarsch in diese Regionen jedoch eher unwahrscheinlich erscheinen. So liefert der zur Gruppe der Trendfolgeindikatoren gehörende MACD (Moving Average Convergence Divergence) ein signifikantes Verkaufssignal. Auffällig ist zudem, dass im Rahmen des zweiten Vorstoßes in Richtung des Jahreshochs ein Einstiegssignal des MACD ausblieb. Dies untermauert das Bild einer Verringerung der Haussekräfte.

Kurzfristig würde insbesondere ein nachhaltiges Abgleiten unter das Tief vom 27. Juni bei 4 517 Punkten die Perspektiven eintrüben. In diesem Fall wäre eine kurzfristige Topformation komplettiert, die nach unten ein rechnerisches Kursziel von rund 4 400 Punkten aufweist. Hier liegt ein wichtiger Unterstützungsbereich, der aus mehreren Hochpunkten der Periode Februar bis April 2005 resultiert.

Gefahren für das übergeordnet weiter freundliche Bild würden erst bei einem Abgleiten unter den mittelfristigen Aufwärtstrend entstehen, der aktuell bei 4 322 Punkten verläuft. Dass die Perspektiven langfristig positiv bleiben, unterstreichen auch die nach wie vor ansteigenden 100- und 200-Tages-Glättungslinien (aktuell bei 4 397 bzw. 4 274 Punkten), die noch ein gutes Stück unter dem derzeitigen Kursniveau verlaufen.

Der Autor ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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