Technik signalisiert Rückschläge bis auf 1,10 Dollar
Euro-Korrektur ist noch nicht abgeschlossen

Die charttechnische Situation des Euro-Kurses hat sich in den vergangenen Wochen deutlich eingetrübt. Im Verhältnis zum Dollar hat die Gemeinschaftswährung den langen, im Frühjahr 2002 begonnenen Aufwärtstrend durchbrochen. Aus technischer Sicht ist das ein schwerwiegendes Verkaufssignal.

BAD HOMBURG. Wie negativ dieses wirkt, hat sich zuletzt mit aller Deutlichkeit gezeigt: Seit dem im Bereich von 1,29 Dollar erfolgten Bruch der Trendlinie setzte sich die Korrektur mit erhöhter Dynamik fort.

Zwischenzeitlich ist die Gemeinschaftswährung an der breiten, zwischen 1,19 und 1.22 Dollar gelagerten Unterstützungszone angelangt. Hier sollte sich die Lage wenigstens vorübergehend stabilisieren. Dafür sprechen auch die inzwischen deutlich abgekühlten Tagesindikatoren, die zudem positive Divergenzen erkennen lassen, d.h. der Indikator vollzieht neue Tiefs der Währung nicht mehr nach. Im Optimalfall mündet die Stabilisierung des Euros in den nächsten Tagen und Wochen in einen Erholungsversuch Richtung 1,25 bis 1,26 Dollar.

Allerdings dürfte die Erholung nur vorübergehend sein. Anschließend lässt das übergeordnete Bild eine tiefer greifende Konsolidierung vermuten. Gemessen an der fulminanten vorausgegangen Hausse wäre dies zwar unspektakulär, würde aber unweigerlich die nächsten markanten Auffanglinien bei 1,09 bis 1,11 Dollar in den Blickpunkt rücken lassen. Um eine ausgiebige Bodenbildungsphase dürfte in den nächsten sechs Monaten kaum ein Weg vorbei führen.

Nur ein signifikanter Befreiungsschlag könnte die trüben Aussichten aufhellen. Ein solcher würde eine rasche und überzeugende Rückkehr in Bereiche von 1,32, besser noch 1,34 Dollar erfordern. Derzeit erscheint dieses Szenario unwahrscheinlich. Auf Sicht von mehreren Jahren dürfte der Euro seine Hochs aber noch vor sich haben und der Anstieg von 0,82 auf 1,37 Dollar nur der Beginn eines lange anhaltenden Bullenmarkts gewesen sein - den derzeit mancherorts geäußerten Spekulationen über ein mögliches "Aus" für die Gemeinschaftswährung zum Trotz.

Der Autor ist technischer Analyst bei der Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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